Das größte Flüchtlingsdrama der Welt spielt sich derzeit in Syrien ab, wo seit mehr als vier Jahren ein Bürgerkrieg tobt. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind fast vier Millionen Menschen vor der Gewalt in die Nachbarländer geflohen. Die tatsächliche Zahl dürfte noch deutlich höher liegen, da es sich dabei nur um die offiziell registrierten Flüchtlinge handelt.

Die meisten von ihnen sind in die Türkei geflohen, wo mehr als 1,7 Millionen Syrer Zuflucht gefunden haben. Immer wieder versuchen Syrer aber auch, über Nordafrika nach Europa zu kommen. Im Mai berichtete die Organisation Ärzte ohne Grenze sogar von einem 98-Jährigen, der über Ägypten und das Mittelmeer nach Sizilien gelangt sei.

Auch im Irak sind hunderttausende Menschen auf der Flucht vor Kämpfen zwischen der Terrormiliz IS und ihren Gegnern. Die UN beziffern die Zahl auf rund 2,8 Millionen. Nicht einmal jeder zehnte davon lebe in Camps. Besonders viele Flüchtlinge sind in die kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak geflohen, wo die Lage sicherer ist als in anderen Regionen des Landes. Doch die Behörden dort sind wie anderenorts mit der großen Zahl der Hilfsbedürftigen überfordert.

Gegensätze zwischen Krieg und Frieden werden krasser

Einer Studie zufolge ist das vom Bürgerkrieg zerrüttete Syrien das gefährlichste Land der Welt. Sinkende Mordraten und geringere Ausgaben für Militäreinsätze bescherten einigen Ländern Rekordwerte auf der Friedens-Skala, heißt es im am Mittwoch in London veröffentlichten Global Peace Index, der 162 Länder auf ihre Friedlichkeit hin untersucht. Dagegen schnitten der Nahe Osten und Nordafrika so schlecht ab wie seit 2008 nicht. Schlusslicht im Länder-Ranking bleibt demnach das vom Bürgerkrieg zerrüttete Syrien. Deutschland liegt auf Platz 17, die Türkei auf 128, die USA auf 96.

Der Welt-Friedens-Index wird vom Institute for Economics and Peace herausgegeben und misst Indikatoren wie Militärausgaben und -einsätze, Ausgaben für UN-Friedensmissionen, Terroranschläge, Mordraten und soziale Sicherheit.