02.04.2019, Türkei, Ankara: Unterstützer des Kandidaten der Oppositionspartei CHP in Istanbul, Imamoglu, jubeln vor der Parteizentrale. Im Rennen um den Bürgermeisterposten hat die Regierungspartei AKP in allen 39 Bezirken Einsprüche gegen abgegebene Stimmen eingelegt. Die Partei von Präsident Erdogan versucht damit, das knappe Wahlergebnis noch umzudrehen. Die AKP hatte bei der Kommunalwahl am Sonntag nach vorläufigen Ergebnissen den Bürgermeisterposten an die Oppositionspartei CHP verloren. Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa

Im Streit um die Anerkennung des Wahlergebnisses in Istanbul hat die türkische Wahlkommission den Antrag der Regierungspartei AKP auf vollständige Neuauszählung der Stimmen abgelehnt. Es würden lediglich 51 Wahlurnen neu gezählt, sagte Kommissionsmitglied und AKP-Politiker Recep Özel am frühen Dienstagmorgen. Das macht nur einen Bruchteil der rund 8,5 Millionen abgegebenen Stimmen in der Metropole aus. Die Entscheidung über den AKP-Antrag zur Annullierung der Wahl in einem Istanbuler Bezirk stand noch aus.

Der Oppositionskandidat Ekrem Imamoğlu hatte die Bürgermeisterwahl in Istanbul Ende März nach vorläufigen Ergebnissen gewonnen. Er lag jedoch nur mit einem hauchdünnen Vorsprung vor Ex-Ministerpräsident und AKP-Binali Yıldırım.

AKP will weiter Einspruch einlegen

Özel sagte, seine Partei werde weiter Einspruch gegen das Ergebnis in Istanbul einlegen, nannte jedoch keine Details. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte die Wahl am Montag als regelwidrig bezeichnet und sprach von einem «organisierten Verbrechen». Eine Erklärung der Hohen Wahlkommission zum Endergebnis wird Ende der Woche erwartet. 

CHP in Ankara, Istanbul und Izmir vorne

Erdoğans AKP hatte die Kommunalwahl landesweit gewonnen. Allerdings verlor sie in Metropolen an Zuspruch. Unter anderem ging die Hauptstadt Ankara an die Oppositionspartei CHP. Ankara und Istanbul wurden 25 Jahre lang von islamisch-konservativen Bürgermeistern regiert. Der Verlust Istanbuls wäre eine herber Rückschlag für Erdoğan, der selbst einmal Bürgermeister der Metropole war.

dpa