"Freiheit für Peter!!" steht am 24.07.2017 in Berlin an der Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg auf einem Zettel. Foto: Paul Zinken/dpa

Die Bundesregierung ist über die Verlegung des in der Türkei inhaftierten deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner in ein neues Gefängnis nicht informiert worden. Die türkischen Behörden hätten darüber weder die Bundesregierung noch die Anwälte Steudtners in Kenntnis gesetzt, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin. Steudtner und sein schwedischer Kollege Ali Gharavi waren am Dienstag vom Gefängnis im Istanbuler Stadtteil Maltepe in die westlich von Istanbul gelegene Haftanstalt in Silivri verlegt worden.

Murat Boduroglu vom Team der Anwälte, die Steudtner und Gharavi vertreten, hatte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag gesagt, ein Kollege habe erst bei einem Besuch in Maltepe erfahren, dass die Mandanten nach Silivri verlegt wurden. Allerdings seien die Behörden rechtlich nicht dazu verpflichtet, die Anwälte über eine solche Verlegung zu informieren. Schäfer sagte am Mittwoch, es sei zu befürchten, dass damit «eine Verschlechterung der Haftbedingungen einher geht». In Silivri sitzt auch der deutsch-türkische «Welt»-Korrespondent Deniz Yücel in Untersuchungshaft.

Boduroglu hatte am Dienstag kritisiert, dass seinen Mandanten das Recht auf vertrauliche Gespräche mit ihren Anwälten verwehrt werde. Stattdessen würden diese Gespräche mit Kameras aufgezeichnet und von jeweils vier bis sechs Wärtern beobachtet. Dagegen hätten die Anwälte Beschwerde eingelegt. Über den Einspruch gegen die U-Haft für Steudtner und Gharavi, denen Unterstützung einer Terrororganisation vorgeworfen wird, ist weiterhin nicht entschieden worden.

dpa

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