In der Provinz Mardin kam es zu Bauernprotesten, nachdem die örtliche Elektrizitätsgesellschaft für mehrere Tage die Stromversorgung abgestellt hatte. Die CHP fordert nun, die Energiewirtschaft in der Region wieder zu verstaatlichen.

Die Stromversorgung in den südosttürkischen Städten Derik und Kızıltepe in der Provinz Mardin, wo eine Abschaltung derselben während der letzten drei Tage wütende Proteste nach sich gezogen hatte, ist wieder hergestellt.

Medienberichten zufolge soll die Wiederherstellung der Versorgung in den beiden Städten durch einen Gerichtsbeschluss erzwungen worden sein. Der Anwalt einiger landwirtschaftlicher Betriebe der Region warf dem lokalen Stromanbieter vor, ungesetzlich und willkürlich den Strom abgedreht zu haben. Das Unternehmen, Dicle EDAŞ, vor, die Versorgung abgestellt zu haben, obwohl es weder eine Fehlfunktion noch Energieknappheit gegeben habe, gab Anwalt Abdülkerim Türk gegenüber der Doğan Nachrichtenagentur an.

„Ein Versorgungsunternehmen, das den Auftrag habe, der Bevölkerung Strom zu liefern, hat sich nicht den Luxus zu leisten, zu sagen ‚Ich liefere jetzt mal keinen Strom‘“, so Türk gegenüber Doğan. Dementsprechend habe auch der erstinstanzliche Gerichtshof in Derik das Unternehmen angewiesen, unverzüglich die Versorgung wieder herzustellen. Am Donnerstagabend wurde dann erst in Derik und dann in Kızıltepe die Elektrizitätsversorgung wieder hergestellt.

Ausschreitungen vor dem Amt des Gouverneurs

Während der Proteste hatte eine Gruppe von Landwirten die Landstraße zwischen Mardin und Kızıltepe blockiert und dabei Reifen in Brand gesetzt, um Fahrzeuge an der Weiterfahrt zu hindern. Sie protestierten dagegen, dass die Stromabschaltung ihnen die Möglichkeit genommen hatte, ihre Felder zu bewässern und dass die Feldfrüchte dadurch Schaden erlitten hätten.

Die Polizei zerstreute die Menge mittels des Einsatzes von Tränengas und Wasserwerfern. Einige Protestierer versammelten sich auch vor dem Gebäude des Bezirksgouverneurs von Kızıltepe, wobei sie Fensterscheiben einwarfen und Steine gegen das Fahrzeug des Gouverneurs schleuderten. Fünf Menschen wurden Berichten zufolge bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstranten verletzt.

Während der Proteste hatte eine Gruppe von Landwirten die Landstraße zwischen Mardin und Kızıltepe blockiert und dabei Reifen in Brand gesetzt, um Fahrzeuge an der Weiterfahrt zu hindern. (cihan)

Ein Komitee aus Abgeordneten der oppositionellen Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanische Volkspartei, CHP), bestehend aus den Parlamentariern Ömer Süha Aldan (Muğla), İdris Yıldız (Ordu) und Aydın Ayaydın (Istanbul) besuchte am Donnerstag die protestierenden Bauern.

Auch der Parteivorsitzende der CHP in der Provinz Mardin, Mahmut Duyan, und einige Dorfbürgermeister begleiteten die Delegation auf ihrem Besuch bei den Bauern.

Abgeordnete verfassen Schreiben an Minister

Ayaydın zufolge haben die Abgeordneten ein vierseitiges Schreiben an Innenminister Efkan Ala und an den Minister für Energie und natürliche Ressourcen, Taner Yıldız, gerichtet, in dem sie ihrem Begehren nach einer dauerhaften Lösung für die Probleme der Bauern in der Region Ausdruck verliehen.

Ayaydın verlangte die Rücknahme der Privatisierung der Elektrizitätsversorgung in Mardin und verlangte deren Rückgliederung an den staatlichen Elektrizitätsversorger TEDAŞ. „Wir [die Angeordneten] werden einen detaillierten Bericht über die Probleme anfertigen, die hier aufgetaucht sind. Wir werden weiter an einer Lösung dafür arbeiten.“