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Politik

„Ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land“

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Fahnen auf Halbmast nach Anschlag in Berlin
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Bei der Todesfahrt eines Lastwagens auf dem Weihnachtsmarkt am Breidscheidplatz  in Berlin-Charlottenburg sind 12 Menschen gestorben und über 50 verletzt worden. Bei der schrecklichen Tat handelt es sich nach Angaben der Berliner Polizei „höchstwahrscheinlich um einen Anschlag“. Auch Bundeskanzlerin Merkel hat diese Annahme bereits ausgesprochen. Der Attentäter soll ein pakistanischer Flüchtling sein, den die Polizei noch am Abend des Anschlags gefasst hat.

Zu den Ereignissen in Berlin gibt es bereits Reaktionen aus Deutschland und der ganzen Welt. Bundespräsident Joachim Gauck hat sich „bestürzt“ über den tragischen Vorfall gezeigt. „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land“, erklärte der Bundespräsident am Montagabend. „Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten.“ Viele Beobachter befürchten, dass der Anschlag Einfluss auf die Bundestagswahlen im kommenden Jahr haben könnte. In den vergangen Monaten ist es der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) gelungen, bei mehreren Landtagswahlen mit dem Flüchtlingsthema zweistellige Wahlerfolge zu erzielen.

Trump: „Die zivilisierte Welt muss ihr Denken ändern“

Der französische Präsident François Hollande sagte, dass die Franzosen die Trauer  der Deutschen „angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft“ teilen würden. Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni Silveri bekundete via Twitter seine „Solidarität mit Angela Merkel und der deutschen Bevölkerung“. Auch US-Präsident Barack Obama verurteilte das Geschehen in Berlin „auf das Schärfste“ und bekräftigte: „Wir stehen zusammen mit Berlin im Kampf gegen all diejenigen, die unsere Art zu leben und unsere Gesellschaft bedrohen.“ Die USA seien bereit, Hilfe zu leisten – auch bei der Untersuchung des Vorfalls. Der künftige US-Präsident Donald Trump meldete sich über Twitter zu Wort und sprach als einziger Staatsmann von einer Terrorattacke: „Unsere Herzen und Gebete sind bei den Angehörigen der Opfer der heutigen schrecklichen Terrorattacke in Berlin. Unschuldige Zivilisten wurden auf der Straße ermordet, als sie sich auf das Weihnachtsfest vorbereiteten.“ Er forderte die „zivilisierte Welt“ auf, ihr Denken zu ändern.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte: „Meine Gedanken und die der gesamten Europäischen Kommission sind bei den Familien und Angehörigen all jener, die in Berlin getötet und verletzt wurden. Wir sind mit den Opfern in tiefer Trauer verbunden.“ Auch der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk, zeigte sich per Twitter „tief ergriffen“: „Meine Gedanken sind mit den Opfern. Europa ist bereit zu helfen.“

Aus der Türkei gibt es hingegen bis jetzt keine Stellungnahmen von Regierungsseite. Der Anschlag von Berlin ist ein Randthema in den türkischen Medien, da man zu sehr mit dem Attentat auf dem russischen Botschafter Andrey Karlov beschäftigt ist. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu erklärte, dass die Straße in Ankara, auf der sich die russische Botschaft befindet, nach dem ermordeten russischen Botschafter umbenannt wird.

Kadir Boyacı: „Wir dürfen nicht zulassen, dass der Frieden zerstört wird“

Der Bund der Dialog Institutionen (BDDI) zeigte sich ebenfalls fassungslos: „Uns fehlen die Worte. Unser aller Gedanken gehen an den Breidscheidplatz, unser Beileid an alle Opfer und deren Familien in dieser schweren Stunde“, heißt es in einer Erklärung im Namen des BDDI. Kadir Boyacı, Sprecher des BDDI, sagte gegenüber DTJ-Online: „Wir dürfen nicht zulassen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt und der Frieden von kaltblütigen Attentätern zerstört werden. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, im Rahmen des Rechtsstaates mit der ganzen Härte des Gesetzes gegen Terroristen vorzugehen.“ Boyacı hat mit seiner Familie am vergangenen Samstag selbst den berühmten Nürnberger Christkindlmarkt besucht: „Als ich von dem Vorfall in Berlin hörte, dachte ich sofort an den vergangenen Samstag. Auch ich und meine Familie hätten unter den Opfern sein können.“ BDDI ist das Netzwerk der Dialogvereine aus der Hizmet (Gülen)-Bewegung.

In den sozialen Medien ist der Anschlag ebenfalls ein großes Thema. Die Diskussionen finden auf Twitter unter dem Hashtag #Breitscheidplatz statt. Der Nutzer Malik Riza schreibt: „Ich habe pakistanische Wurzeln und bin Muslim. Ich hasse Terror, 1,5 Mrd. Muslime auch.“