Der türkische Premierminister Erdoğan hat einem Bericht zufolge Nechirvan Barzani aufgefordert, türkische Privatschulen im Nordirak zu schließen.

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan möchte jetzt im Rahmen seines Feldzuges gegen die angebliche „Parallelstruktur“ gegen türkische Schulen im Ausland vorgehen. Nachdem er in dieser Angelegenheit bereits in den USA und in Pakistan aktiv geworden sein soll, wird nun berichtet, Erdoğan habe im Rahmen seines Besuches der Autonomen Kurdenregion (KRG) im Nordirak bei Premierminister Nechirvan Barzani interveniert, dieser möge die türkischen Privatschulen schließen, die in den Kurdengebieten operieren würden. Die Information kam anonym aus dem Umfeld Barzanis.

Die türkische Regierung soll zudem Druck auf Rudaw TV ausgeübt haben, regierungskritische oder der Vereinigung der Journalisten und Schriftsteller nahe stehende Persönlichkeiten nicht in Sendungen auftreten zu lassen. Der Zeitung Rudaw zufolge soll Barzani auf den Druck aus Ankara hin eine Umfrage in Auftrag gegeben haben, die ein eindeutiges Ergebnis gezeigt hätte, wonach nur 18% der Befragten für eine Schließung der türkischen Privatschulen eintraten, während 79% dies kategorisch ablehnten.

Erdoğan sieht hinter den Schulen die sog. Hizmet-Bewegung des Islamgelehrten Fethullah Gülen, die seiner Auffassung nach im In- und Ausland vernetzt gegen seine Regierung vorgeht und hinter den jüngsten Korruptionsermittlungen steckt.

Innerhalb der kurdischen Community hatte, seit vor 20 Jahren die ersten Einrichtungen eröffnet wurden, vor allem die terroristische Kurdische Arbeiterpartei (PKK) Propaganda für eine Schließung der türkischen Privatschulen gemacht, da sie, was die Rekrutierung von Nachwuchs anbelangt, unter jungen Menschen, die diese Schulen besuchten, kein Bein mehr auf die Erde bekamen.

Ominöse „Abhörstation“ soll in Kirkuk stehen

Die KRG dementierte kürzlich auch Darstellungen seitens des türkischen Staates, wonach die „Parallelstruktur“ – eine regierungsamtliche Umschreibung für die vom islamischen Geistlichen Fethullah Gülen inspirierte Hizmet-Bewegung – eine Abhörstation im irakischen Kurdengebiet unterhalte. Diese Berichte würden nicht der Wahrheit entsprechen, es existiere keine Basis dieser Art.

Regierungsnahe Zeitungen, darunter Star und Yeni Şafak, hatten von einem angeblich neunköpfigen Team gesprochen, das im Auftrag der „Parallelstruktur“ vom Gebiet der KRG aus bekannte Geschäftsleute wie Ahmet Çalık, Hüsnü Özyeğin oder Ahmet Nazif Zorlu abgehört und Aufzeichnungen ihrer Gespräche in ein Archiv in der US-Metropole Philadelphia geschickt habe. Der Sabah zufolge soll die Abhörstation in Kirkuk stehen und nicht permanent besetzt sein.

Zwischen der türkischen Regierung und der Regierung des kurdischen Nordirak entstand während der letzten Jahre ein politisches Bündnis. Neben politischen und militärischen Vorteilen sind es vorallem die im Nordirak liegenden Rohstoffe, die das Bündnis festigen.