Die türkische Militäroffensive in Nordsyrien gehört zu den Top-Themen der letzten Tage. Dabei ist die Berichterstattung widersprüchlich. Das liegt auch an Fake News.

Die Syrienoffensive der Türkei wird in aller Welt diskutiert. Tag für Tag wird über den Einmarsch in Nordsyrien berichtet. Dabei geraten die Informationen immer wieder durcheinander. Oft sind sie auch widersprüchlich. Während kurdische Medien über getötete Zivilisten berichten, zeigen türkische Sender, wie liebevoll türkische Soldaten sind.

Vor wenigen Tagen gab es einen besonders kuriosen Fall von (Fake-)News. Dabei geht es um ein Foto, das in den sozialen Medien gestreut wurde. Auf dem Foto ist ein Reporter des türkischen regierungsnahen Mediums A Haber zu sehen. Dieser ist verkleidet als Kriegsreporter, mit Schutzweste und Schutzhelm. Er beschreibt live eine Szene, in der er angeblich unter schwerem Beschuss von der aktuellen Lage berichtet. Mit einer ängstlichen Mimik, gebeugt und versteckt auf dem Dach eines Gebäudes. Angeblich direkt im Kriegsgebiet. Was er nicht bedacht hat, war der TRT-Reporter in seinem Rücken. Denn beide Sender hatten zur selben Zeit ihre Reporter zur Berichterstattung von der Kriegszone in dieselbe sichere Zone entsandt.

A Haber-Reporter: „Situation ganz anders als auf dem Foto“

Während der TRT-Reporter aufrecht steht und eher sachlich erzählt, was er sieht, hat sich der im Hintergrund sichtbare A Haber-Reporter in einer Ecke verkrochen und spricht von Gefahr und einem ununterbrochenen Beschuss. Das Bild wurde in den sozialen Medien mehrfach geteilt. Der A Haber-Reporter selbst hat sich in einem Interview zu der Situation geäußert. Sie habe sich ganz anders dargestellt, als auf dem Foto zu sehen sei, meint der Journalist Ali Ulak. Auch der TRT-Reporter sei der Gefahr ausgesetzt gewesen und habe schnell die Situation erklärt und sich anschließend sofort auf den Boden geworfen.

Vorsicht vor Fake News

Aber solche kuriosen Fälle sind nicht nur auf der türkischen Seite zu finden. Auch auf kurdischer Seite machen solche kuriosen Berichte die Runde, zumindest über Social Media. So postet die Twitter-Seite „Pyd Rojava“ mit immerhin 69.200 Followern ein Foto, auf dem ein verstaubtes Mädchen zu sehen ist. Das Foto, das am 11. Oktober gepostet wurde, ist betitelt mit den Worten „The children of #America’s friends in the fight against terrorism are being massacred by the #Turks.“  

Eine Google-Recherche ergibt aber, dass das Foto aus der Vergangenheit stammt. Das Foto kann bis 2017 zurückverfolgt werden. Das Mädchen auf dem Foto stammt demzufolge aus dem Jemen…