Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Finnland wirbt mit Koranlesungen für mehr Toleranz gegenüber dem Islam.

Wie tagesschau.de berichtet, startete am Samstag eine insgesamt aus 60 Sendungen bestehende Reihe. Gegenstand des ersten Programms war die erste Sure des Koran, die al-Fatiha.

Im Anschluss gab es eine Diskussion zwischen einem geistlichen Führer der finnischen Muslime und einem Professor, der den heiligen Text der Muslime in das Finnische übersetzt hat. Eine Sendung dauert insgesamt eine halbe Stunde.

Yleisradio – so heißt der Sender auf Finnisch – betont, dass man mit dem Projekt den Finnen die Kultur und Religion der Muslime näher bringen wolle.

Laut Medienberichten wächst in Finnland, wo etwa 40.000 Muslime leben, unter Jugendlichen die Intoleranz gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Eine Universitätsstudie sprach Schulen und Medien daraufhin die Empfehlung aus, sich mehr mit sozialen und religiösen Themen auseinanderzusetzen.

Auch ist die Terrormiliz IS mittlerweile ein Thema in dem skandinavischen Land. Jugendliche lassen sich anwerben und reisen in den Nahen Osten, um für die Terroristen zu kämpfen. Betroffen seien vor allem somalische Jugendliche. Mit Radiosendungen wie der von Yleisradio soll ein Zeichen gegen die zunehmende Radikalisierung unter jungen Muslime gesetzt werden.

Auch in Deutschland setzt sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk für mehr Toleranz gegenüber dem Islam ein. Am Freitag begann im Deutschlandfunk die Radiosendung „Koran erklärt“.