Britische Archäologen haben an einem Kampfplatz der Arabischen Revolte 1916-1918 eine Pistolenkugel von Lawrence von Arabien (1888-1935) gefunden. Dies stütze die Schilderung der Anschläge auf die Hedschas-Bahn, die der britische Geheimagent in seiner Autobiografie „Die sieben Säulen der Weisheit“ gebe, berichtete das Forschungsprojekt „Great Arab Revolt Project“ in Bristol in einem Blogeintrag am Donnerstag.

Forscher entdeckten ein leicht korrodiertes und an der Spitze abgeplattetes Projektil eines Colt M1911 an der ehemaligen Bahnstrecke bei Halat Ammar, einem saudi-arabischen Grenzübergang nach Jordanien. Der Wüstenort war 1917 Schauplatz eines von Lawrence geführten Zugüberfalls, der später in dem Film „Lawrence von Arabien“ verewigt wurde.

Nach Kenntnis der Wissenschaftler war Lawrence der einzige, der bei der Aktion vor fast 100 Jahren eine Faustfeuerwaffe dieses Typs benutzte. Die anderen Beteiligten auf Angreifer- wie auf Verteidigerseite verwendeten britische und deutsche Pistolen und Gewehre. Einige Historiker verdächtigten Lawrence, er habe seine Memoiren aufpoliert.

Ein Teilnehmer des britischen Forschungsprojekts, Neil Faulkner, erklärte, Lawrence habe wohl „eine gewisse Reputation als Märchenerzähler“; die Pistolenkugel von Halat Ammar sowie ein erst vor zwei Monaten aufgetauchtes Lokomotivschild aus dem Nachlass des Agenten und Abenteurers zeige, „wie verlässlich seine Schilderung der Arabischen Revolte in ‚Die sieben Säulen der Weisheit‘ ist“.

Lawrence half während des Ersten Weltkriegs dem Emir von Mekka, einen Aufstand gegen die Osmanen anzuzetteln. (KNA/dtj)