Der Schützenkönig darf den Titel behalten. Der Muslim Mitat Gedik hatte beim Bund der Historischen Deutschen Schützenbrüderschaften (BHDS) gewonnen. Danach stellte sich heraus, dass der Verband, dem der Verein angehört, christlich geprägt ist und ein Muslim gar nicht hätte mitmachen dürfen.

Mithat Gedik aus Werl-Sönnern in Westfalen und seinem Verein war nicht bewusst, dass nur Christen beim Schützenverein Mitglied sein dürfen. Die Diskussion ging los und er sollte als Gewinner zurücktreten, forderte der BHDS. Doch Kritik wurde laut, Politiker mischten sich ein und schließlich forderte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, dass Gedik den Titel behalten müsse.

Der BHDS beugte sich nur widerwillig: „Es scheint so, als wollten diese Stimmen Zwangsharmonisierung und geistige Gleichschaltung in Deutschland erzwingen.“ Doch: „Die positive Religionsfreiheit darf nicht dazu führen, dass der Eindruck erweckt wird, katholische Schützenbruderschaften würden Mitgliedern anderer Religionen ohne Respekt begegnen.“

„Wir wollten einfach nur ein schönes Schützenfest feiern“

Doch Gedik kann sich weiterhin Schützenkönig nennen, für ihn wurde eine Ausnahme gemacht. Der Verein hätte notfalls in Kauf genommen, aus dem Dachverband geworfen zu werden, er hält zu ihm. Brudermeister Olaf Schmitz sagte dazu: „Wir wollten einfach nur ein schönes Schützenfest feiern. Dass das so hochkocht bis in den Verband, haben wir nicht gewollt.“ An weiteren Turnieren darf der Türke aber nicht mehr teilnehmen.

Auch Gedik ist froh, dass er nicht zurücktreten oder gar die Religion wechseln muss. Es mache ihn traurig, dass solche Diskussionen noch im 21. Jahrhundert geführt werden müssen: „Ich hoffe aber auch, dass wir ungewollt ein Zeichen gesetzt haben und dass sich auch andere Vereine fragen, ob solche Satzungen noch zeitgemäß sind.“