An der Demarkationslinie zwischen den verfeindeten Kaukasusrepubliken Armenien und Aserbaidschan droht eine akute Eskalation der Auseinandersetzungen. Der Nachrichtenagentur trend.az zufolge sollen bewaffnete armenische Einheiten nicht weniger als 130-mal in nur 24 Stunden den 1994 ausgehandelten Waffenstillstand gebrochen haben. Die teilte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium am heutigen Montag mit.

Die Einheiten sollen von der Anhöhe um die Dörfer Chinarli, Aygepar und Mosesgerh in der armenischen Berd-Region auf aserbaidschanische Truppen geschossen haben, die sich in den Dörfern um Munjuglu, Garalar, Kokhanebi, Hajialili, Aghdam und Alibeyli in der Tovuz-Region befunden haben. Auch von Anhöhen in den Regionen Krasnoselskiy, Noyemberyan, Iljevan, Gazakh und Aghstafa soll es Beschuss gegeben haben. Aserbaidschan erwiderte das Feuer.

Bereits in der Nacht vom 1. auf 2. August sollen armenische Aufklärungs- und Sabotageeinheiten Posten der aserbaidschanischen Armee in den Regionen Aghdam und Agdere attackiert haben. Insgesamt 13 aserbaidschanische Soldaten sollen getötet und zahlreiche weitere verwundet worden sein. Über Verluste auf armenischer Seite wurden keine Angaben gemacht. Aserbaidschan setzte infolge der Übergriffe Helikopter und Kampfhubschrauber entlang der Frontlinie ein. Die Situation entlang der Demarkationslinie soll weiter angespannt sein.

Der Konflikt zwischen den beiden früheren Sowjetrepubliken im Südkaukasus begann 1988 mit territorialen Ansprüchen Armeniens gegenüber Aserbaidschan. 1992 besetzte Armenien etwa 20% des Territoriums des Nachbarlandes, darunter die Region Bergkarabach und sieben umliegende Bezirke. 1994 wurde ein Waffenstillstand unterzeichnet. Derzeit verhandeln die Ko-Vorsitzländer der Minsk-Gruppe der OSZE, Russland, Frankreich und die USA, über mögliche Friedensperspektiven.