Der IS verliert in Kobani weiter an Boden.

Die djihadistische Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS; ehem. ISIS) verliert in der hauptsächlich von Kurden bewohnten syrischen Grenzstadt Kobani rapide an Boden. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ mitteilt, könnte der Kampf um Kobani bald zu Ende sein.

Vier Monate nach Beginn der Belagerung sollen sich der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge nur noch zwanzig Prozent des Territoriums der Stadt in den Händen der Terroristen befinden. Unterdessen versuchen die Anti-IS-Kräfte, die Stadt zusätzlich auch von außen abzuriegeln, um den Terroristen Nachschubs- und Fluchtwege abzuschneiden.

Nach dem erfolgreichen Erkämpfen eines Fluchtkorridors zur belagerten Eziden-Hochburg Sindschar durch irakisch-kurdische Peshmerga zeichnet sich auf diese Weise eine weitere wichtige Niederlage der Extremisten ab.

Nachdem der IS im Juni des Vorjahres in Syrien und im Irak große Städte mit arabischer Bevölkerungsmehrheit erobert hatte, rückten seine Einheiten weiter vor und begannen, kurdische und ezidische Städte anzugreifen.

Die mit der ebenfalls terroristischen PKK verbündeten Volksverteidigungseinheiten (YPG) hatten Widerstand geleistet. Nachhaltig erfolgreich wurde dieser jedoch erst seit dem Einsetzen der Luftunterstützung einer von den USA geführten Anti-IS-Koalition, die mittels gezielter Luftangriffe versuchte, die Terrormiliz zu schwächen.

Nach Rückzug aus Kobani sucht der IS alternative Ziele

Zahlreiche Verbündete der USA, wie die Türkei oder die arabischen Staaten, hatten ein stärkeres Engagement verweigert, weil sie ein Erstarken der PKK befürchteten. Nun geraten jedoch auch diese Länder ins Visier der Terrormiliz. So haben IS-Kämpfer am Montag saudi-arabische Grenzpolizisten nahe der Stadt Judayyidat Arar angegriffen. Dabei kamen neben vier Angreifern dem Innenministerium in Riad zufolge auch drei Saudis ums Leben, die versucht hatten, die IS-Terroristen daran zu hindern, über die irakisch-saudische Grenze zu gelangen.

Es war nicht das erste Gefecht entlang der 1200 Kilometer langen Grenze seit dem Vormarsch der Djihadisten, aber das bislang heftigste.

Entlang der zu großen Teilen von IS-Kämpfern kontrollierten westirakischen Provinz Anbar habe, so berichtet die FAZ, die saudischen Behörden deshalb begonnen, eine zwanzig Kilometer tiefe Pufferzone zu errichten.

Es wird befürchtet, dass der IS sich Saudi-Arabien zum nächsten Angriffsziel erwählen wird, um die Heiligen Stätten des Islam in Mekka und Medina zu erobern. Aus den Reihen des IS war mehrfach angekündigt worden, die Heiligtümer zerstören zu wollen.