Bei einer Veranstaltung in London, an der auch der türkische Finanzminister Mehmet Şimşek teilgenommen hat, ist es zu einem Eklat gekommen. Kurz nachdem Şimşek seine Rede auf dem einen Panel des „FDi Magazine“ begonnen hatte, wurde der Korrespondent der Tageszeitung Zaman, Kadir Uysaloğlu, von einer Mitarbeiterin der Financial Times, in deren Räumlichkeiten die Veranstaltung statt fand, der Veranstaltung verwiesen. Der Grund dafür war anscheinend, dass Mitarbeiter des Finanzministers den Journalisten gezielt von der Veranstaltung ausschließen wollten, weil Uysaloğlu für die türkische Zeitung Zaman arbeitet.

„Obwohl ich von Financial Times die Erlaubnis bekommen hatte an der Veranstaltung teilzunehmen, wurde ich bei dem Panel des FDi Magazine im Gebäude des Financial Times unmittelbar nachdem der türkische Finanzminister seine Rede um 12.00 Uhr angefangen hatte, von einer Mitarbeiterin des Financial Times, Wendy Wong, ausgewiesen. In ihrer Begründung sagte sie mir, dass Mitarbeiter des türkischen Finanzministeriums meinen Ausschluss aus dem Programm gewünscht gehaben. Neben mir als türkischen Journalist hat noch ein Korrespondent der staatlichen Nachrichtenagentur AA die Veranstaltung verfolgt.“, so Uysaloğlu zur Nachrichtenagentur Cihan. Thema der Rede war die Investitionsmöglichkeiten in der Türkei.

Die Zaman ist die auflagenstärkste Zeitung in der Türkei und gilt als regierungskritisches Medium. Gegen regierungskritische Medien wurden in den vergangenen Monaten und verstärkt vor den Kommunalwahlen in der Türkei Cyberangriffe gestartet. So wurden etwa die Server der Zeitung Taraf am 30. März von bis dato unidentifizierten Cybergruppen angegriffen.