Massaker von Chodschali: Armenien hält „Provokateurin“ tagelang fest

Im Rahmen der am 4. Juli vom armenischen Verfassungsgerichtshof in Eriwan organisierten Paneuropäischen Konferenz hat Grigoriu während ihres Vortrages darauf hingewiesen, dass Armenien 20% des aserbaidschanischen Territoriums besetze und in Chodschali einen Völkermord begangen habe. Daraufhin wurde ihr tagelang die Ausreise aus dem Land verweigert. Grigoriu, die zahlreiche Morddrohungen erhielt, wurde in dem Hotel, in dem sie als Gast untergebracht war, über mehrere Tage festgehalten, angeblich zu ihrem persönlichen Schutz.

Die armenischen Behörden deuteten an, dass ihre Rede provokativ gewesen wäre und die öffentlich-rechtliche Schiedsperson aus Moldawien erst nach einer Entschuldigung gegenüber dem armenischen Parlament das Land verlassen dürfe.

Armenische Medien kündigten in den darauf folgenden Tagen an, die „Provokateurin“ werde sich entschuldigen und zugeben, dass ihre Rede den Zweck verfolgte, Unruhe zu stiften. Medienorgane der armenischen Diaspora haben außerdem die moldawischen Behörden gedrängt, auf Grigoriu Druck auszuüben. Da in Armenien keine offizielle Vertretung Moldawiens vorhanden ist, haben sich die diplomatischen Vertreter Rumäniens und Georgiens für die Freilassung Grigorius eingesetzt und das Problem vor einigen Tagen auch lösen können.

Grigoriu hat die erwartete Entschuldigung jedoch nicht ausgesprochen, woraufhin verschiedene armenische Medienorgane in Aserbaidschan aufgenommene Fotos von Grigoriu in Umlauf brachten und behaupteten, sie wäre „eine für Aserbaidschan arbeitende Politikerin“.

Im Anschluss an den Vorfall, welcher eine große Kontroverse in Armenien nach sich gezogen hat, verkündete Agvan Hovsepyan, der Generalstaatsanwalt Armeniens an, dass man Territorialansprüche an die Türkei gestellt habe. Die aserbaidschanische Presse sah darin jedoch nur ein Ablenkungsmanöver vom eigentlichen Skandal um die Festsetzung der moldawischen Ombudsfrau.