Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Konflikt um das Golf-Emirat Katar vor den Folgen einer Störung der Machtbalance in der Region gewarnt. «Deutschland hat in diesem Zusammenhang keine Vermittlerrolle», sagte Merkel am Freitagabend nach einem Gespräch mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto in Mexiko-Stadt. «Aber wir werden aus unserem deutschen Interesse heraus darauf achten, dass in der Region die Balancen gehalten werden.» Alle Akteure dort müssten in die Bemühungen für eine politische Lösung einbezogen werden.

Die Situation sei beunruhigend, sagte die Kanzlerin. «Wir wünschen uns natürlich, dass die Staaten des Golf-Kooperationsrates miteinander zusammenarbeiten.» Zugleich betonte sie, natürlich müsse gegen Terrorismus vorgegangen werden, wenn es entsprechende Erkenntnisse gebe. «Wir haben dem Terrorismus den Kampf angesagt.» Dieses Thema werde auch eine Rolle beim G20-Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer Anfang Juli in Hamburg spielen.

„Politische Lösungen nur dann, wenn alle miteinander in Kontakt sind“

Die politische Lösung von Konflikten, die auch im ureigensten europäischen Interesse sei wie etwa in Syrien, Libyen und im Irak, werde nicht gelingen, «wenn bestimmte Akteure dort überhaupt nicht mehr ins Gespräch einbezogen werden», warnte Merkel. So gebe es beispielsweise viel Trennendes mit Ländern wie der Türkei oder dem Iran. «Aber es wird nur politische Lösungen geben, wenn alle miteinander in Kontakt sind. Darauf drängen wir, dafür setzen wir uns ein.»

dpa/dtj