Französische Anti-Terror-Einheiten der Polizei beim Einsatz am Freitag.
Verfolgungsjagd, Belagerung, dann eine neue Geiselnahme in Paris, dann die Erstürmung. Tag drei des Anti-Terroreinsatzes im Minutenprotokoll.

Am späten Mittwochvormittag hatte der Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Paris begonnen. Seither suchte die Polizei fieberhaft nach den beiden Hauptverdächtigen. Am Freitag überschlugen sich die Ereignisse. Der Tag drei des Anti-Terroreinsatzes im Minutenprotokoll.

Am Morgen: Großeinsatz auf der Suche nach den zwei Hauptverdächtigen zwei Tage nach der Attacke auf „Charlie Hebdo“. Die Brüder werden in der Gemeinde Dammartin-en-Goëlle im Osten von Paris verfolgt, wobei es zu Schießereien kommt.

Gegen 10.00 Uhr: Die Attentäter verschanzen sich in einer Druckerei in Dammartin-en-Goëlle. Sie bringen mindestens eine Geisel in ihre Gewalt.

Am Vormittag: Der Pariser Flughafen Charles de Gaulle sperrt zwei nördliche Bahnen für Landungen. Der Flughafen liegt nur wenige Kilometer von der Druckerei entfernt.

Gegen 11.30 Uhr: Die Polizei fordert die Bewohner der Gemeinde Dammartin-en-Goëlle auf, ihre Häuser wegen des Einsatzes nicht mehr zu verlassen.

11.53 Uhr: Präsident François Hollande betont, dass alles getan werden müsse, um die Sicherheit der Franzosen zu gewährleisten.

12.30 Uhr: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnet den Anschlag in Paris als den Beginn einer größeren Terrorreihe mit weiteren Angriffen in Europa und den USA.

Am Mittag: Der Anti-Terroreinsatz im Nordosten Paris spitzt sich zu. Die Polizei umstellt die Druckerei und versucht, mit den Geiselnehmern in Kontakt zu treten, um eine friedliche Lösung des Konflikts zu erreichen. „Priorität ist es, einen Dialog herzustellen“, sagte ein Sprecher des Pariser Innenministeriums.

13.36 Uhr: Es wird bekannt, dass es am östlichen Stadtrand von Paris zu einer weiteren Schießerei mit Geiselnahme in einem Geschäft für koschere Lebensmittel gekommen ist. Der Geiselnehmer soll nach französischen Medienberichten aus derselben Pariser Dschihad-Gruppe stammen, wie die beiden mutmaßlichen „Charlie Hebdo“-Attentäter.

Am Nachmittag: In Dammartin-en-Goëlle halten sich die beiden gesuchten Brüder weiter verschanzt. Und im Osten von Paris werden wegen der anderen Geiselnahme weite Teile des sonst belebten Stadtteils lahmgelegt. „Im Augenblick müssen wir alle in unseren Klassen bleiben“, berichtet ein Schüler.

Gegen 17.00 Uhr: In Dammartin-en-Goëlle sind Rauchwolken zu sehen. In einer Übertragung im französischen Fernsehen sind zudem Schüsse zu hören. Die beiden Terrorverdächtigen seien getötet worden, bestätigen die Behörden später.

Gegen 17.15 Uhr: Die Polizei beendet auch die zweite Geiselnahme in Paris. Nach Medienberichten soll auch hier der Verdächtige getötet worden sein.

Gegen 18.15: AFP berichtet, dass bei der zweiten Geiselnahme in Paris vier Geiseln ums Leben gekommen sind.

Es wird vermutet, dass der Täter, der am Donnerstag im Süden de Hauptstadt eine Polizistin erschossen hatte, der bewaffnete Mann in diesem Geschäft ist. Unter seinen Geiseln waren auch Kinder. Er soll die Attentäter von „Charlie Hebdo“ kennen. (dpa/dtj)

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.