„Wir saßen draußen, zwei Straßen weiter, und auf einmal gab es einen sehr lauten Knall.“

Lena V. stammt aus dem westfälischen Soest und ist zur Zeit in Istanbul. Sie hat heute Vormittag den Anschlag in der Nähe des Sultanahmet-Platzes erlebt. Wir erreichten sie per Telefon, sie schilderte ihre Eindrücke.

„Wir dachten erst, dass etwas Krasses auf den Boden gefallen ist. Man konnte das Geräusch jedenfalls nicht sofort zuordnen“, berichtet sie. Was sie zu dem Zeitpunkt nicht weiß: Es war ein Selbstmordattentäter, der sich und mindestens neun weitere Menschen in den Tod riss. Menschen aus Deutschland, wie Lena.

„Niemand wusste, was passiert war. Überall waren Sirenengeräusche zu hören. Der Zugang zum Sultanahmet-Platz wurde weiträumig abgesperrt“ – dabei wollten Lena und ihre Freunde heute dorthin.

Business as usual auf der asiatischen Seite

Die Polizeipräsenz habe merklich zugenommen in der Stadt. „Überall stehen Polizisten, an jeder Ecke“, so die junge Soesterin, die in Köln studiert.

Wegen des Anschlags seien sie und ihre Freunde dann heute auf die asiatische Seite gefahren – wo man kaum etwas von den Ereignissen merke. „Hier ist alles ganz normal, die Menschen gehen ihrem Alltag nach.“

Lena hofft, morgen den Sultanahmet-Platz besuchen zu können. Doch so unbeschwert, wie es geplant war, wird es sicherlich nicht werden.