Eine uigurische Frau weint vor der blauen Flagge ihres Volkes.
Die Türkei hat angeboten, 200 im März in Thailand aus der Gewalt von Menschenhändlern befreite Uiguren aus China aufzunehmen. Peking wirft Ankara nun „Einmischung“ sowie Indifferenz gegenüber illegaler Einwanderung vor.

Die chinesische Regierung hat erzürnt auf das Angebot der Türkei an die thailändische Regierung reagiert, etwa 200 Uiguren aus der westchinesischen Provinz Xinjiang aufzunehmen, die aus einem von Menschenhändlern betriebenen Lager befreit werden konnten.

Bereits im März hatte die Polizei die Betroffenen entdeckt und sie als Uiguren identifiziert, einer muslimischen Minderheiten in der Volksrepublik China, die eine Turksprache spricht und in ihrer Heimat politische und religiöse Unterdrückung erfährt.

Wie die staatliche Anadolu Nachrichtenagentur meldete, hatte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu Thailand angeboten, die aufgegriffenen Uiguren aufzunehmen. Dieser Schritt verärgerte nun China, da man darin eine Unterstützung „illegaler Einwanderung“ sieht. Es handle sich, so ein chinesischer Regierungssprecher, um eine „Angelegenheit zwischen China und Thailand“ und „das relevante Land“ sollte aufhören, sich einzumischen.

„Illegale Einwanderung durchbricht den normalen, gesetzesmäßigen internationalen Bewegungsfluss von Menschen, schädigt die Interessen der internationalen Gemeinschaft und kann auch der Sicherheit der betroffenen Länder und Regionen schaden“, erklärte Hua Chunying, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums.

China wähnt djihadistische Gruppen hinter Unruhen in Uiguren-Region

Uiguren verlassen in verhältnismäßig geringer Zahl China. Für diejenigen, die sich den Strapazen einer Flucht gewachsen fühlen, bilden die Landwege nach Laos und Myanmar und von dort aus nach Thailand die aussichtsreichste Route, um in ein mögliches Aufnahmeland zu gelangen. Seit der Machtübernahme durch die Kommunistische Partei in China im Jahre 1949 sind allerdings mehrere tausend Uiguren in die Türkei geflohen.

„Ich habe mit dem thailändischen Außenminister in New York und auch mit dem chinesischen Außenministerium die Angelegenheit besprochen und deutlich gemacht, dass die Türkei diese Uiguren schützen möchte“, äußerte sich Außenminister Çavuşoğlu gegenüber Anadolu. Aus Thailand gibt es jedoch noch keinerlei Stellungnahme.

Während der letzten beiden Jahre kamen hunderte Menschen in der Provinz Xinjiang ums Leben. Die chinesische Regierung geht mit großer Härte vor gegen Uiguren vor. Exilgruppen beschuldigen Peking, bewusst Unruhen zu schüren. Die chinesischen Behörden bestreiten dies und sprechen davon, dass djihadistische Gruppen mit weltweiten Verflechtungen in der Region Terroranschläge begehen und versuchen würden, die Region zu Gunsten eines separaten Staates namens „Osttürkistan“ abzuspalten.