Während der Tourismus in vielen Regionen einen allgemeinen Aufschwung erlebt, stagniert oder fällt die Zahl der wichtigsten Touristengruppen in der Türkei. Das hat der Chef der Hotelföderation der Türkei (Türkiye Otelciler Federasyonu-TÜROFED), Osman Ayık, bekanntgegeben.

Ayık sprach als Gast des Vereins der Industrie- und Geschäftsmänner Antalyas (Antalya Sanayici ve İşadamları Derneği-ANSIAD) über den Tourismus im Hinblick auf das Jahr 2015. Laut den Statistiken reisten 2014 1,1 Milliarden Menschen. Diese Zahl steige jährlich um 3-4 Prozent, so Ayık.

Jährlich verreisen etwa 585 Millionen Europäer um die ganze Welt. Im gesamten letzen Jahr sei ein Plus von 25-30 Millionen Touristen aus Europa zu verzeichnen. „Auch wenn die Türkei nichts – im Bezug auf den Tourismus – machen würde, würde die Zahl der Touristen jährlich um etwa eine Million steigen“, erklärte der Chef von TÜROFED.

Obwohl die Aussichten in diesem Jahr positiv für die Tourismusbranche sind, steht es um die zwei wichtigsten Touristengruppen der Türkei nicht so gut. Die Zahl der Deutschen, die den größten Anteil der Touristen ausmachen, bleibt fast konstant. „Wir konnten bei den Deutschen keine große Steigerung erzielen. Da haben wir nur eine Millionen mehr Reisende zu verzeichnen. Da müssen wir uns verbessern.“ Jährlich kommen etwa 5,2 Mio. deutsche Touristen in die Türkei.

Dramatischer sehen die Zahlen bei der zweitgrößten Touristengruppe aus. „Die Zahl der aus Russland kommenden Touristen ist in den letzen 20 Jahren das erste Mal gesunken“, sagte Ayık. Sowohl die Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine als auch die Probleme zwischen Europa und Russland seien laut Ayık Ursachen für diesen Rückgang. Seit September letzen Jahres sind die Zahlen der russischen Touristen stark gesunken. Während der Wert im September bei 13,8 Prozent lag, stieg er im vergangenen Monat bereits auf 43,3 Prozent. Jährlich kommen ca. 4,5 Mio. Touristen aus Russland in die Türkei. Für 2015 wird ein Wert um die 3 Mio. erwartet. Um diesem Rückgang entgegenzuwirken, hat die Regierung bereits ungewöhnliche Maßnahmen eingeleitet.