Fatih Terim

Die türkische Nationalmannschaft hat am Dienstag rechtzeitig noch mal die Kurve bekommen und im abschließenden Gruppenspiel gegen Tschechien den ersten Sieg bei der EM in Frankreich gefeiert.

Neben den drei Punkten war aber vor allem die in den ersten beiden Spielen gegen Kroatien und Spanien vermisste Leidenschaft wieder da. Zu den Gewinnern des Tages zählten neben Youngster Emre Mor vor allem Torschütze Ozan Tufan und Keeper Volkan Babacan, der mehrere brenzlige Schüsse der Tschechen entschärfte und erstmals im Turnier die Null festhielt.

Die Fans schlossen ihre Lieblinge wieder ins Herz, nachdem die Kritik in den vergangenen Tagen immer ausfallender wurde und besonders Trainer Fatih Terim und Starspieler Arda Turan traf.

Bisher nur Albanien sicher schlechter als die Türkei

Nach dem Spiel aber begann das große Rechnen. Denn trotz der großen Erleichterung hat die Türkei noch nichts erreicht, vor allem nicht das Achtelfinale. Um weiterzukommen, muss die Mannschaft zu den vier besten Gruppendritten gehören. Ein Novum bei einer Europameisterschaft, das nicht bei allen gut ankommt. Vor allem nicht bei den Teams, die nicht wissen, was sie in den nächsten Tagen erwartet. So war es beim hoffnungsfrohen Gruppendritten Albanien, das die Türkei durch die mehr geschossenen Tore nun doch hinter sich ließ.

Dass die Türkei nicht bereits gestern ins Achtelfinale einzog, lag auch am nordirischen Keeper, der gegen Deutschland mehrere Großchancen vereitelte und das Spiel so nur 1:0 ausging. Bei einem 3:0 der deutschen Mannschaft wäre die Türkei bereits durch gewesen.

Terim sieht die Türkei zu „80, 90 Prozent“ im Achtelfinale

Dennoch stehen die Chancen der Terim-Elf gut. Denn wenn am Mittwoch in Gruppe F entweder Portugal gegen Ungarn (18 Uhr) verliert oder in Gruppe E Schweden gegen Belgien und Irland gegen Italien (21 Uhr) jeweils höchstens unentschieden spielen, ist die Türkei weiter.

“Meine Erfahrung sagt mir, dass wir zu 80 oder 90 Prozent weiterkommen. Wenn das nicht geschieht, wäre ich sehr frustriert”, sagte Terim.

Kommt die Türkei weiter, trifft sie entweder auf Wales (Samstag, 18 Uhr) oder auf Frankreich (Sonntag, 15 Uhr).