Zypern hofft auf Wirtschaftsgenesung durch Öl und Gas

Mit der Unterzeichnung eines Production-Sharing-Abkommens am Mittwoch hofft die Regierung des griechischen Teils Zyperns (Republik Zypern) auf einen baldigen Geldsegen aus dem Rohstoffexport der unter dem Meeresboden in einem weitgehend unerschlossenen Gebiet des östlichen Mittelmeerraums liegenden fossilen Brennstoffe. Das Abkommen ist bereits das Dritte seiner Art, dass die zypriotische Regierung dieses Jahr mit rohstofffördernden Unternehmen schließt.

Experten gehen davon aus, dass die Rohstoffförderung frühstens 2018 den heimischen Bedarf decken wird und erst 2019 der Export der Rohstoffe beginnen kann.

Der Minister für Handel, Industrie und Tourismus, Neoclis Sylikiotis, sagte, dass die Einkünfte aus dem Gas- und Ölexport sein Land, das sich momentan an eine strikte Sparpolitik halten muss, massiv entlasten würden. „Der Griechische Teil Zyperns wird endgültig und unwiderbringlich der sterilen Politik der (europäischen) Sparmaßnahmen, die von einem neo-liberalen, internationalen und europäischen Establishment auf die Länder des Südens verhängt wurden, den Rücken kehren“, versicherte Sylikiotis während der feierlichen Unterzeichnung des Abkommens mit Total.

Auch die Türkei hat großes Interesse am Öl im östlichen Mittelmeer

Als eine der kleinsten Volkswirtschaften der Euro-Zone ist der griechische Teil Zyperns stark von der Schuldenkrise in Griechenland betroffen. Für dieses Jahr erwarten Wirtschaftsexperten, dass die Rezession im Land um 3,5 Prozent ansteigen könnte. Sollte eine finanzielle Rettungsaktion für die griechischen Zyprioten beschlossen werden, könnte das dann geschnürte Rettungspacket bis zu 17,5 Milliarden Euro umfassen. Das entspricht in etwa der Größe der zypriotischen Wirtschaft, als das Mittelmeerland 2008 den Euro als Währung einführte.

Die Förderung und der Export von Öl und Gas wäre wirtschaftlich für Zypern ein Segen und würde den Inselstaat von der Last der europäischen Sparpolitik befreien. Jedoch hat sich in der Vergangenheit bereits ein Interessenskonflikt mit der Türkei abgezeichnet, die ebenfalls auf Gewinne aus der Rohstoffförderung im östlichen Mittelmeer spekuliert und im Falle von Gebiesstreitigkeiten mit ihrer großen Mittelmeerflotte strategisch am längeren Hebel sitzt.