Der Bau der dritten Brücke über dem Bosporus in Istanbul schreitet tagtäglich voran. Für die Unternehmen, die die Ausschreibung für sie sowie die anderen Megaprojekte wie etwa den neuen Flughafen in der Millionenmetropole für sich entscheiden konnten, gibt es jetzt gute Nachrichten. Per sofort dürfen jetzt entlang der Zufahrtsstraßen zur neue Brücke Anlagen wie etwa Hotels und Einkaufszentren gebaut werden. Wie die Zeitung „Bugün“ schreibt, wurden dafür entsprechende Gesetze erlassen. Das Gebiet führt mitten durch das „Kuzey Ormanları“, ein Waldgebiet, dass als Lunge Istanbuls gilt.

Mit diesem Gesetz würden vor allem regierungsnahe Bauherren bevorzugt, fürchtet etwa der Abgeordnete Ilhan Demiröz von der oppositionellen Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanische Volkspartei, CHP). Die Grundstücke werden den Unternehmen umsonst zur Verfügung gestellt. Demiröz kritisiert, dass inzwischen mehr als 100 Veränderungen zu den Ausschreibungsgesetzen vorgenommen wurden. Auch der Vorsitzende der Landschaftsingenieruskammer (Orman Mühendisleri Odası) Ali Küçükaydın kritisiert das Vorhaben. Mit der weiteren Zerstörung des Waldgebiets würden die Verfassung und die Urteile des Verfassungsgerichts ignoriert werden, so Küçükaydın in der Bugün.