Der türkische Energieminister Taner Yıldız hat bekanntgegeben, dass zehn Tage nach dem Bergwerkunglück von Karaman die sterblichen Überreste von zwei der 18 Minenarbeiter gefunden wurden, die nach der Überflutung eines Stollens in der Mine eingeschlossen waren.

„Die Leichname unserer Brüder werden ins Staatliche Krankenhaus von Ermenek eingeliefert. Dort werden, so die Staatsanwaltschaft zustimmt, gemeinsam mit den Familien DNA-Tests durchgeführt, um die Leichen identifizieren zu können“, erläuterte Yıldız am Donnerstag das weitere Procedere. Die Opfer seien in der Nähe eines Platzes gefunden worden, wo die Arbeiter üblicherweise unterirdisch ihre Mittagsmahlzeit einnahmen.

Seit einer Überflutung des tief unterhalb der Erdoberfläche gelegenen Stollens der Kohlemine in der zentralanatolischen Stadt Ermenek (Provinz Karaman) sind 18 Minenarbeiter verschollen. Die Ursache des Unglücks ist bis dato noch nicht erhoben.

Die Staatsanwaltschaft in Ermenek klagt indessen darüber, dass Regierungsoffizielle einander wechselseitig die Verantwortung zuschieben würden, wenn es darum gehe, die Betreiber der Mine zur Mitwirkung an der Aufklärung des Unglücks in die Pflicht zu nehmen.

„Sind wir die einzige Stelle, die für solche Vorfälle verantwortlich ist?“, äußerte sich Arbeitsminister Faruk Çelik in einem jüngsten Interview mit der Zeitung Hürriyet. „Man sollte den Blick besser auf alle Beteiligten richten“. Für das Unglück seien „systemische Schwächen“ verantwortlich.

Erst im Mai waren 301 Minenarbeiter beim bislang schwersten Bergwerkunglück in der Türkei ums Leben gekommen, das sich im westtürkischen Soma zugetragen hatte.