Die angekündigte große Ausschreibung zur Einführung der 4G Internet-Technologie (Internet-Technologie der vierten Generation) ist nach Angaben der Behörde für Informations- und Kommunikationstechniken (Bilgi Teknolojileri ve İletişim Kurumu; BTK) vom vergangenen Freitag um drei Monate verschoben worden.

Die Behörde kündigte gegenüber der Hürriyet Daily News an, dass das Angebot nunmehr am 26. August ausgeschrieben werde.

Die Bekanntmachung folgte unmittelbar auf die harsche Kritik von Präsident Recep Tayyip Erdoğan an der 4G-Internet-Technologie. Erdoğan hatte verlangt, innerhalb von nur zwei Jahren von der derzeit verwendeten 3G-Technologie sofort auf 5G umzusteigen.

„Es ist nicht notwendig, Zeit mit 4G zu verschwenden“, sagte der Präsident bereits am 21. April in Ankara. „Wir sollten innerhalb von zwei Jahren gleich auf 5G umsteigen. […] Die ganze Welt spricht bereits von 5G und wir sind noch mit 3G beschäftigt.“

Erdoğans Bemerkungen lösten bei Branchenvertretern Stirnrunzeln aus, da sich die 5G-Internet-Technologie noch in der Entwicklungsphase befindet. Es werde noch mindestens fünf Jahre dauern, bis sich 5G weltweit durchsetze, hieß es. Erwartungen von Kennern der Branche zufolge werde 5G frühestens Ende 2018 und auf einer eng begrenzten Fläche online gehen.

5G soll Verzehnfachung der Übertragungsrate ermöglichen

Im Rahmen des Angebotes sollen nach Angaben in der letzten Ausschreibungsankündigung 20 separate Frequenzbereiche zu einem Mindestwert von ca. 2,3 Milliarden Euro verkauft werden.

In Deutschland ging das erste LTE-Netz (4G) vor fünf Jahren ans Netz. Die 5G-Technologie soll es nun ermöglichen, beim Mobilfunk Datenraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde zu übertragen. Das wäre eine Erhöhung der Datenrate um den Faktor 10, der Ping läge dann unter 1 Millisekunde und je nach Mobildienst würde bis zu 90% weniger Strom verbraucht werden.