Die türkische Zeitung „Bugün“ schreibt in einem Bericht über dramatische Zustände in den kommunalen Krankenhäuser der Türkei. Unter Berufung auf einen Bericht der Kliniken heißt es, dass etwa die Todesfälle rasant zunehmen. Wurden 2010 beispielsweise in den Kliniken 83.886 Todesfälle registriert, so stieg diese Zahl 2014 auf 116.866 – ein Anstieg von mehr als 39 Prozent.

Auch in anderen Bereichen hat es Anstiege gegeben. Im selben Zeitraum gab es 81,5 Prozent mehr Operationen. Die Zahl ärztlicher Untersuchungen stieg um 24,2 Prozent, die der stationär behandelten Patienten um 18,7 Prozent. Vergleicht man die Zahlen zwischen 2002 und 2014 kommen noch extremere Zahlen zum Vorschein. Hatte es 2002 noch landesweit zwei Millionen Operationen gegeben, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 14 Millionen an, 10 Million davon in kommunalen Krankenhäusern.

Der türkische Ärzteverband TTB (Türk Tabipler Birliği) zeigt sich besorgt. Die Ärzte würden wenig Geld verdienen, wird der Vorsitzende des TTB, Beyazıt İlhan, in der Bugün zitiert. Durch Operationen etwa könne man aber seine Einkünfte verbessern. „Die Verdopplung der Operationen in vier Jahren kann man nicht mit medizinischer Notwendigkeit rechtfertigen“. Die Probleme lägen woanders. „Das hat was mit den Problemen im Gesundheitssystem zu tun. In entwickelten Ländern sieht man nicht einen solchen jährlichen Anstieg.“ Die Zahlen seien nicht wissenschaftlich erklärbar, sagte der Experte der Zeitung.

In Deutschland sehen die Zahlen anders aus. Hier stiegen die Todesfälle nur leicht. 2010 gab es in deutschen Krankenhäusern 407.500 Tote. Bis 2013 stieg die Zahl auf 417.300 an. Einen „Tiefpunkt“ in den vergangenen 20 Jahren hatte es 2004 gegeben. Damals wurden 384.800 Sterbefälle registriert.