Die Anhängerschaft der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) wird auf weltweit maximal 100 000 Personen geschätzt, realistischere Annahmen gehen von 30 000 bis 50 000 aus. Seinen Aufstieg und seine Stärke verdankt der IS unter anderem Geld und Waffen aus westlichen Partnerstaaten auf der arabischen Halbinsel und orientierungslosen europäischen Jugendlichen, die sich nicht selten bei Amazon noch „Islam for Dummies“ kaufen müssen, um im „Djihad“ vor Ort nicht mit ihrer Ahnungslosigkeit aufzufallen.

Die überwältigende Mehrheit der etwa 1,6 Milliarden Muslime betrachtet die Terroristen des IS in ähnlicher Weise als „Brüder im Islam“ wie die 2,2 Milliarden Christen rassistische Bewegungen wie „Christian Identity“ oder den Ku Klux Klan als „christlich“ betrachten – nämlich gar nicht. Muslimverbände und Rechtslehrer verurteilen den IS in Fatawa, Predigten und Stellungnahmen. Es gab die Aktion #NotInMyName in den sozialen Netzwerken.

Dennoch wird in Medien und sozialen Netzwerken allenthalben gefordert, Muslime sollten sich von dieser Bewegung distanzieren, diese öffentlich verurteilen und ihre Taten zurückweisen – als ob man insgeheim davon ausgehen würde, es wäre eine gedankliche Nähe zu den Terroristen vorhanden.

Einige Muslime haben nun die Kollektivschuldzuschreibungen und Pauschalverdächtigungen satt und haben als Retourkutsche nun eine Aktion auf Twitter gestartet, im Zuge derer unter dem Hashtag #MuslimApologies die Vorurteile und Verdächtigungen gegen Muslime persifliert werden.

Muslime führen dabei die gängigsten Vorurteile ad absurdum und bringen ihre Besorgnis über diese Pauschalisierung zum Ausdruck. Bei der Gelegenheit „entschuldigen“ sich viele auch gleich noch für all die Dinge, die die Welt Muslimen verdankt.

Muslime entschuldigen sich für die Weltkriege

So bringt man sein „Bedauern“ darüber zum Ausdruck, dass Muslime Algebra und Chirurgie erfunden haben, dass die muslimische Welt die Mundhygiene eingeführt hat, und dafür, dass „Frauen vor 1400 Jahren schon Rechte hatten, als Europa noch darüber diskutierte, ob sie überhaupt eine Seele hätten“.

Raz twittert: „Es tut mir leid, dass euch mein Bart erschreckt, der Bartwuchs ist hormonbedingt, ich schwöre es euch.“ Wiam weist auf die Gründung der Universität von Fez in Marokko hin und schreibt: „Es tut mir leid, dass die Gründerin der ältesten Universität Fatima Al Fihri ist (Muslimin).“

Die Userin elkilanimaliuna entschuldigt sich für „den Ersten und Zweiten Weltkrieg, auch wenn er mit den Muslimen nichts zu tun hat, aber zur Sicherheit schon mal“. Aina Khan bedauert es namens aller Muslime, Cat Stevens‘ Umwandlung in einen bärtigen Mann, der sich Yusuf Islam nennt, bestärkt zu haben.

Andere „entschuldigen“ sich für zu scharfes Essen, den Tod Mufasa in König der Löwen und für türkisches Essen. Ein User namens mahnoor entschuldigt sich sogar für die „Twilight Saga“ – obwohl deren Autorin keine Muslima ist, sondern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) angehört.