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Den syrischen Flüchtlingen könnte es in Zukunft noch schlechter gehen. Weil einige Regierungen versprochene Gelder für die Versorgung syrischer Flüchtlinge nicht überweisen, bitten UN-Helfer im Internet um private Spenden. „Wenn 64 Millionen Menschen jeweils einen Dollar geben, hätten wir genug, um 1,7 Millionen Flüchtlinge im Monat Dezember zu ernähren “, heißt es in einem Aufruf des Welternährungsprogramms (WFP) vom Mittwoch. Das WFP hofft, dass die Summe innerhalb von 72 Stunden zusammenkommt.

UN streicht Lebensmittelscheine für 1,7 Millionen syrische Flüchtlinge

Die UN-Organisation hatte am Montag erklärt, die Verteilung von Lebensmittelgutscheinen für 1,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien werde einstellt. Zugesagte Mittel seien nicht gezahlt worden. Um welche Staaten es sich handelt, teilte das WFP nicht mit. Betroffen sind Flüchtlinge in Jordanien, der Türkei, im Libanon, in Ägypten sowie im Irak.

Ohne die Gutscheine, für die in Geschäften Lebensmittel erworben werden konnten, müssten „viele Familien hungern“, warnte WFP-Direktorin Ertharin Cousin. Das gefährde die Gesundheit der Flüchtlinge und könne zu Spannungen in den Aufnahmeländern führen. „Schon ein Dollar kann einen Unterschied bewirken“, betonte Cousin. Für Spender sei es das wenig, für Flüchtlinge „eine Rettungsleine “.

Bundesregierung stockt Hilfe um 40 Millionen Euro auf

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel: „Es darf nicht sein, dass Familien hungern und frieren müssen, weil die Hilfsorganisationen kein Geld mehr haben, um sie zu versorgen “. Die Bundesregierung stockt deswegen ihre humanitäre Hilfe für die syrischen Flüchtlinge um 40 Millionen Euro auf. Das Auswärtige Amt hatte dem WFP dieses Jahr bereits 20 Millionen Euro für die Syrienhilfe versprochen und dieses Geld auch überwiesen. (dtj/dpa)