Zwei deutsche Fußballfans - reuters

Die Mehrzahl der Deutschen glaubt an den Titelgewinn ihrer Fußball-Nationalmannschaft bei der WM im kommenden Jahr. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. 55 Prozent der Befragten trauen Bundestrainer Joachim Löw und seinem Team im Sommer 2014 in Brasilien den großen Coup zu. Nur 29 Prozent beantworteten eine entsprechende Frage mit Nein. „Man spürt es, je näher ein Turnier rückt. Die ganze Nation steht hinter einer Mannschaft“, sagte Löw zur besonderen Bedeutung des WM-Turniers.

Brasilien, Deutschland und Spanien sind im Übrigens auch nach Meinung des früheren Fußballstars Ronaldo die drei großen Favoriten der Weltmeisterschaft 2014 in seinem Land. „Ich denke, sie werden die Protagonisten der WM sein“, sagte der 37 Jahre alte Weltmeister von 1994 und 2002 im Interview der Nachrichtenagentur dpa im Badeort Costa do Sauípe, wo am Freitag die WM-Auslosung stattfindet.

„Die Deutschen sind bei einer WM immer Favoriten. Und wenn sie in einem Finale oder auch schon vorher gegen Brasilien spielen, kann man das Ergebnis nicht voraussagen“, ergänzte der ehemalige Profi des FC Barcelona, Inter Mailand, Real Madrid und AC Mailand. Im Finale der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea hatte Ronaldo die brasilianische Nationalmannschaft mit zwei Toren zum Sieg über die deutsche Elf geschossen.

Noch nie ein europäischer WM-Titel auf dem amerikanischen Kontinent

Nur acht Prozent der deutschen Bevölkerung befürchten, dass die DFB-Elf schon nach der Vorrunde in Brasilien ausscheiden könnte. 76 Prozent haben eine solche Befürchtung nicht. Der Vertrauensvorschuss für DFB-Chefcoach Löw ist im Land des dreimaligen Weltmeisters Deutschland riesengroß. Lediglich 21 Prozent der Menschen meinen, dass der Bundestrainer bei einem Ausscheiden der Mannschaft schon vor dem Viertelfinale zurücktreten sollte. 59 Prozent, also eine klare Mehrheit, votieren auch für diesen überraschenden Fall für eine Fortsetzung der Ära Löw. 20 Prozent legten sich nicht fest. Nur 25 Prozent glauben, dass auch bei der fünften WM in Südamerika wieder ein südamerikanisches Team den Titel gewinnt.

Allerdings hat im Laufe der WM-Geschichte mit Spanien 2010 erst ein europäisches Team außerhalb Europas den Titel gewinnen können. Auf dem amerikanischen Kontinent gelang dies noch keinem europäischen Team.

Die FIFA hat vor der Gruppenauslosung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien übrigens noch einmal für Zündstoff gesorgt. Der Fußball-Weltverband blieb zwar am Dienstag bei der umstrittenen Grundlage, auf Basis der FIFA-Weltrangliste vom Oktober dieses Jahres die Einteilung der Lostöpfe vorzunehmen, machte aber im Fall Frankreichs eine Ausnahme. Der in der Weltrangliste am schlechtesten platzierte europäische WM-Teilnehmer wurde nicht automatisch in den gemischten Topf zwei eingeordnet. Vor der eigentlichen Auslosung am Freitag in Costa do Sauípe wird einer der neun Europäer aus Topf vier gezogen und in den Topf zwei verschoben.

Vorrundengruppe mit Brasilien, den Niederlanden, Italien und Nigeria möglich

So könnte Gastgeber und Turnierfavorit Brasilien schon in der Gruppenphase auf gleich zwei Top-Europäer treffen, zum Beispiel Italien und Portugal. Deutschland wird am Freitag (17.00 Uhr/MEZ/ARD) ein Gegner aus dem Topf Afrika/Südamerika, ein Kontrahent aus dem Topf Asien/Nord- und Mittelamerika sowie ein Europäer aus dem vierten Topf zugelost.

Die Mannschaft von Bundestrainer Jogi Löw könnte am Ende in eine „Todesgruppe“ mit Chile, Italien und den USA kommen oder auch eine verhältnismäßig einfache Gruppe mit Algerien (gegen das es allerdings 1982 eine 1:2-Blamage in der Vorrunde gegeben hatte), dem Iran und Griechenland.

Die FIFA verhindert mit den Loskriterien, dass Teams einer Konföderation schon in der Vorrunde aufeinandertreffen. Zudem sollen nur maximal zwei europäische Mannschaften in einer Gruppe spielen.

Die Lostöpfe:

Topf 1: Gesetzte Teams: Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Uruguay, Belgien, Deutschland, Spanien, Schweiz,

Topf 2: Afrika/Südamerika: Algerien, Kamerun, Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria, Chile, Ecuador, ein europäische Team aus Topf 4

Topf 3: Asien/Nord- und Mittelamerika: Australien, Iran, Japan, Südkorea, Costa Rica, Honduras, Mexiko, USA

Topf 4: Europa: Bosnien-Herzegowina, Kroatien, England, Frankreich, Griechenland, Italien, Niederlande, Portugal, Russland *

* ein europäisches Team wird noch dem Topf zwei zugelost (dpa/dtj)