Ein Mann zeigt das Rabia Symbol.

Bei einem Massenprozess gegen Mursi-Anhänger in Ägypten sind am Montag 529 Angeklagte zum Tode verurteilt worden. 17 Angeklagte wurden freigesprochen, berichtete das staatliche Fernsehen.

Laut „Ahram-Online“ wirft die Staatsanwaltschaft in der oberägyptischen Stadt Minia über tausend Muslimbrüdern vor, im Sommer 2013 zwei Polizeistationen in Adwa und Matay im Norden Ägyptens gestürmt zu haben. Bei dem Vorfall kam der Polizist Mostafa Ragab El-Atar ums Leben. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Vergangenen Dienstag wurde ein Polizist wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er soll gemeinsam mit drei weiteren Beamten Tränengas in ein überhitztes Fahrzeug mit gefangenen Demonstranten gesprüht haben. 37 Menschen kamen an diesem Tag ums Leben. Es war das erste Urteil im Zusammenhang mit den Aufständen in Kairo im vergangenen Sommer.

Der Vorfall war Teil der Polizeiaktionen gegen die Dauerproteste der Muslimbrüder in Ägypten. Diese hatten gegen die Absetzung des gewählten muslimisch-konservativen Präsidenten Muhammad Mursi durch das Militär im Juli 2013 demonstriert.

Anfang des Jahres hatte ein ägyptisches Gericht die Muslimbruderschaft als Terrororganisation eingestuft. Die Repressalien gegen sie nehmen seitdem zu.