Die Alevitische Gemeinde plant für diesen Samstag aus Protest gegen den Auftritt des türkischen Premierministers Erdogan Auftritt in Köln eine Kundgebung mit Zehntausenden Teilnehmern. Ein Sprecher der Alevitischen Gemeinde rechnet mit mehr als 30 000 Menschen bei der Gegenveranstaltung zum Erdoğan-Besuch in Köln. Die Teilnehmer kämen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Holland, Frankreich, Österreich und der Schweiz, um zu demonstrieren.

„Spiegel“-Korrespondent Hasnain Kazim sieht sich derweil Anfeindungen bis hin zu Todesdrohungen ausgesetzt. Er habe inzwischen rund 10 000 E-Mails, Tweets und Facebook-Nachrichten erhalten, sagte der Journalist der dpa. Darunter seien Drohungen wie „Wenn wir Dich auf der Straße sehen, schneiden wir Dir die Kehle durch“.

Auf Twitter hatte unter dem Hashtag #ScherDichZumTeufelDerSpiegel eine Kampagne gegen ihn und das Magazin begonnen. Kazim hatte einen Bergmann nach dem Unglück in Soma in einer Überschrift bei „Spiegel Online“ vor einer Woche mit den Worten zitiert: „Scher Dich zum Teufel, Erdoğan!“ Regierungsanhänger und regierungsnahe Medien erweckten danach den Eindruck, „Der Spiegel“ selber wünsche Erdoğan zum Teufel.

„Der Spiegel“ war während der Gezi-Proteste durch eine betont einseitige und parteiische Berichterstattung zu Gunsten der Demonstranten aufgefallen. Damals hatte das Magazin sogar einen mehrseitigen, türkischsprachigen Beitrag unter dem Titel „Halte durch, Türkei“ veröffentlicht. (dpa/dtj)