Zwei Tage nach dem Bergwerksunglück in Karaman in der Südtürkei gibt es von den 18 eingeschlossenen Kumpel weiterhin kein Lebenszeichen. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich sehr schwierig, sagte Energieminister Taner Yıldız am Donnerstag am Unglücksort. Die Zeit werde knapp, noch Überlebende zu bergen. Laut früheren Angaben des Ministers sind rund 11 000 Kubikmeter oder umgerechnet 11 Millionen Liter Wasser in den Schacht eingedrungen.

Am schwierigsten gestaltet sich die Situation für die vor Ort wartenden Angehörigen. Savaş Çiloğlu, Neffe von Recep Çiloğlu (57), ist einer von ihnen. „Mein Onkel ist ein sehr erfahrener Bergarbeiter. Er war schon mehrere Male in einem Schacht eingeschlossen, aber er hat es immer wieder lebend heraus geschafft. Dabei hat er sogar das Leben einiger seiner Kumpel gerettet. Mein Onkel ist ein Held, er wird es wieder schaffen“, sagte Çiloğlu mit Tränen in den Augen.

Den Behörden zufolge waren am Dienstag in mehr als 300 Meter Tiefe Teile einer Grube eingestürzt und überflutet worden. 16 Arbeiter hätten sich noch retten können. Rettungskräfte versuchten auch am Donnerstag, das Wasser abzupumpen. Ein Einsatz von Tauchern scheiterte, weil das schlammige Wasser zu trübe gewesen war, wie Yıldız am Mittwoch sagte. Die Unglücksursache ist noch unbekannt.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu und Präsident Recep Tayyip Erdoğan waren am Mittwoch zum Unglücksort gereist. Davutoğlu kündigte eine genaue Untersuchung des Unfalls an. „Unsere Minen müssen schnell modernisiert werden“, sagte er.

In der Türkei kommt es immer wieder zu Unfällen im Bergbau. In der westtürkischen Stadt Soma waren im Mai beim schwersten Grubenunglück in der Geschichte des Landes 301 Kumpel ums Leben gekommen. Damals brach im Schacht ein Feuer aus.