EU-Polizisten und NATO-Soldaten sorgten bei der Neuwahl für Sicherheit vor den Wahllokalen. (rtr)

Die Lage im mehrheitlich von Serben bewohnten Norden der Stadt Mitrovica im Kosovo ist am Sonntag weitgehend ruhig geblieben. EU-Polizisten und NATO-Soldaten sorgten bei der Neuwahl für Sicherheit vor den Wahllokalen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, Serbien habe in der Region lebenden Serben Lebensmittel versprochen, damit diese zur Wahl gehen. An anderer Stelle sei der Nachrichtenagentur zufolge auch Druck auf Serben, die ihr Gehalt von serbischen Fabriken und Institutionen erhalten, ausgeübt worden.

Die Neuwahl war notwendig geworden, weil serbische Extremisten beim ersten Anlauf vor zwei Wochen Wahllokale gestürmt, Wähler verprügelt und Wahlurnen demoliert hatten. Die Wahlbeteiligung war jedoch auch diesmal mit knapp über zehn Prozent bis zum Mittag äußerst gering.

Bei der Abstimmung geht es darum, ob ein albanischer Bürgermeister die Stadt mit großer serbischer Bevölkerungsmehrheit regieren wird. Das könnte passieren, wenn die Serben – wie vor zwei Wochen – die Abstimmung weitgehend boykottieren. In diesem Fall wäre die Bildung des von der EU angestrebten „Verbandes serbischer Gemeinden“ unmöglich und die EU-Vermittlung damit gescheitert.

Mit dem Verband soll die serbische Minderheit in den fast nur noch von Albanern bewohnten Staat integriert werden. Im Gegenzug sollen die Serben eine weit gefasste Selbstverwaltung erhalten. Nord-Mitrovica soll das Zentrum eines autonomen Verbunds serbischer Gemeinden im Kosovo werden.

Nach der Kommunalwahl im Kosovo und dem Boykott der serbischen Bevölkerung drohte die Situation in dem kleinen Land zu eskalieren. Serbien warnte gar vor bewaffneten Konflikten im Kosovo. (dtj/dpa/rtr)