Der kurdische Sänger Şiwan Perwer hat den Vorfall um seinen Berufskollegen Mehmet Karakuş, der auch unter dem Namen Çiyager bekannt ist, scharf verurteilt. Karakuş war vergangene Woche nach kritischen Äußerungen über die HDP zusammengeschlagen worden, vermutlich von PKK-Anhängern.

Perwer erklärte, dass die HDP Personen, die ihrer Idee und Ideologie nicht folgten, versuche, mundtot zu machen. Er rief die Partei dazu auf, Sänger und Künstler in Ruhe zu lassen und sie nicht tätlich anzugreifen. Kritiker werfen der HDP immer wieder vor, sich nicht genügend von der PKK zu distanzieren.

Auch auf die Situation im Südosten, wo das türkische Militär seit Wochen gegen die Terrororganisation PKK vorgeht, ging Perwer ein. „Glauben sie etwa, dass man mit Straßengräben etwas erreichen kann? Ich verstehe diese Gräben nicht. Warum macht man das? So ist Frieden undenkbar.“ Die YDG-H, die mit ihrer Nähe zur PKK bekannt ist, hatte im vergangenen Jahr in vielen Städten im Südosten der Türkei Gräben geschaffen und Stadtviertel unter ihre Kontrolle zu bringen versucht.

Gegenüber TRT Kurdi erklärte Perwer, dass es in der derzeit aufgeheizten politischen Lage nicht richtig sei, jemanden, der nicht einer Meinung ist, als Gegner oder Feind zu betiteln. Das sei eine „Form des Faschismus“.

„Ein Künstler ist dafür da, die Hoffnung und die Moral des Volkes zu stärken. Greifst du ihn an, greifst du die Hoffnung und die Moral der Menschen an. Auch das ist eine Form des Faschismus. Ich flehe die kurdische Bewegung und ihre Vertreter an: Bitte lasst Intellektuelle, Schriftsteller und Künstler in Ruhe. Erhebt nicht die Hand gegen sie“, führte Perwer weiter aus.

Die HDP sitzt seit Juni erstmals im Parlament, wird aber von den anderen Parteien, insbesondere der AKP, weitgehend ignoriert.