Lasst Tausend Milliarden Bäume blühen!

Oft wird der Begriff „Nachhaltigkeit“ bemüht und doch weiß man häufig nicht wirklich, wovon in diesem Zusammenhang überhaupt die Rede sein soll. Grob gesagt soll „Nachhaltigkeit“ eine Form der Balance bezeichnen, welche die Welt und ihre Ökosysteme im Innern zusammenhalten soll. Man spricht von einem Gleichgewicht, das dazu beitragen soll, jedem Menschen auf dieser Erde die Chance auf ein erfülltes Leben zu geben.

Die Forderung nach Nachhaltigkeit geht meist mit der Klage über eine zunehmende Schieflage der globalen Entwicklungen einher. Einige wenige Menschen aus den Industrieländern würden nach dieser Auffassung den großen Rest der Welt benachteiligen. Während es uns so gut gehe, würde es vielen anderen umso schlechter ergehen. Viele und gerade junge europäische Aktivisten können diesen Zustand nicht mehr ertragen.

Worte wie „Raub“ oder „Ausbeutung“ fallen in diesem Zusammenhang nicht selten im Kreise der „grünen Rebellen“. Und sie haben damit vielleicht auch nicht ganz Unrecht, zumindest wenn man nach der immer größer werdenden Zustimmung in der deutschen Zivilgesellschaft zu diesen Thesen und im Zusammenhang mit diesem Thema geht. Lange Zeit übersah man die Tragweite hauptsächlich auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgerichteter Wirtschaftsentwicklungen, heute merkt man, dass deren nachteilige Folgen auch uns treffen werden.

Was kann getan werden?

Auf lange Sicht dürfen wir nicht auf Kosten von Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen leben, lautet die Kernbotschaft des Nachhaltigkeitsprinzips. Man macht darauf aufmerksam, dass Umweltschutz und wirtschaftlicher sowie gesellschaftlicher Fortschritt gegenseitig bedingen. Ohne intakte und funktionierende Umwelt kein Fortschritt, andersherum heißt es auch, dass ein effektiver Schutz der Umwelt kaum möglich sein wird, wenn Menschen um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen müssen. Im Grunde genommen berührt die Frage der Nachhaltigkeit alle Bereiche unseres Lebens.

Wie kann man solch ein langfristiges und gerechtes Denken in den Menschen bewirken? Ausschließlich durch Bildung, denn ohne einen umfassenden Bewusstseinswandel auf allen Ebenen wird es keine ökologisch verträgliche Entwicklung geben. Wenn man von Bildung spricht, ist vor allem die Schule gemeint. Und in der Tat gehören Schulen und Hochschulen zu den Orten, an denen man versuchen sollte, Menschen zu verantwortungsbewussten Mitgliedern einer Weltgemeinschaft heranzuziehen.

Es gibt aber auch andere Methoden, um auf das schleichende Problem aufmerksam zu machen. Aktivisten wie der erst 15-jährige Felix Finkbeiner gehen an die Öffentlichkeit und rufen Gesellschaft und Wirtschaft mit Projekten zum Umdenken auf. Felix Finkbeiner gründete vor 4 Jahren die weltweite Kinderbewegung „Plant for the Planet“. Sein Ziel ist es, weltweit 1.000 Milliarden Bäume zu pflanzen. Innerhalb von vier Jahren wurden im Rahmen dieser Aktion schon über 12 Milliarden Bäume. Der Schüler aus Bayern kämpft nun im Namen der Weltfamilie für mehr Nachhaltigkeit.

Eine Entwicklung, die wir selbst in der Hand haben

Diese soll vor allem die Erreichung dreier Ziele begünstigen: 1. Die Umwelt schonen. 2. Die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft optimieren und für die Zukunft sichern. Und 3. für ein gerechtes und friedliches Miteinander auf der Welt sorgen. Felix Finkbeiner wünscht sich Prosperität für jedermann.

Landschaftlicher Raubbau, demografischer Wandel und Umweltverschmutzung sind Folgen eines jahrzehntelangen Missmanagements von Politik und Wirtschaft. Vielfach werden auch nachteilige Auswirkungen auf das Klima befürchtet. Nur die Menschen selbst können, wenn es um eine Veränderung der Lage geht, etwas bewirken und verändern. Kinder und junge Menschen, die vorangehen und selbstbewusst auf das Problem hinweisen, haben die Chance, ein kollektives Erwachen unter den Menschen in den reichen Industriestaaten herbeizuführen. Nur so kann sich die Weltgemeinschaft näherkommen.