Bergwerkunglück in der Türkei: Das Grubenunglück in Soma hat in aller Welt Anteilnahme erregt. Viele Staatsoberhäupter brachten ihr Beileid zum Ausdruck.

Nachdem bereits am Mittwoch aus aller Welt Kondolenzen und Hilfsofferten aus zahlreichen Ländern der Welt mit Blick auf das Grubenunglück in Soma eingetroffen waren, boten am gestrigen Donnerstag weitere Regierungen von Ländern aus aller Welt ihre Hilfe nach der Minenexplosion an, die als schwerstes Bergwerksunglück aller Zeiten in die Geschichte der Türkei eingehen wird.

So haben unter anderem die USA, Frankreich, Deutschland, der Iran, Israel, Griechenland, Polen oder Pakistan sowie noch weitere Länder Unterstützung angeboten. Die türkische Regierung betonte allerdings, es seien ausreichend Helfe vorhanden und auch bereits vor Ort im Einsatz, so berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Zahl der Todesopfer nach dem Unglück ist unterdessen auf mindestens 284 angestiegen. Es sollen jedoch immer noch weitere Kumpel in der Mine verschüttet sein. Die Tragödie hat Anteilnahme auf der ganzen Welt ausgelöst, auch aus Ländern, zu denen die Türkei in der Vergangenheit ein gespanntes Verhältnis hatte. Israel, zu dem nach dem tödlichen Zwischenfall mit der Flottille „Mavi Marmara“ phasenweise sogar die diplomatischen Verbindungen abgebrochen worden waren, hat sein Beileid ausgesprochen und Hilfe angeboten. Auch der griechische Teil Zyperns, der von der Türkei nicht anerkannt wird, und Armenien, zu dem keine diplomatischen Beziehungen bestehen, haben ihre Anteilnahme zum Ausdruck gebracht.  

Kondolenzen auch aus Israel, Zypern und Armenien

Der griechisch-zyprische politische Führer Nicos Anastasiades brachte seine Kondolenz gegenüber der türkischen Regierung und dem türkischen Volk über Twitter zum Ausdruck, der armenische Präsident Serj Sarksyan mittels eines Briefes an seinen türkischen Amtskollegen Abdullah Gül. Israels Staatspräsident Shimon Peres äußerte sich in einer Nachricht an Präsident Gül: „Wir sind alle schockiert über den Verlust unschuldiger Menschenleben an ihrer Arbeitsstelle und unsere Gedanken sind beim türkischen Volk.“

Die britische Königin Elisabeth II. wandte sich ebenfalls an das türkische Volk: „Zusammen mit Prinz Philipp möchte ich unsere Sympathie gegenüber Ihnen allen und dem türkischen Volk ausdrücken. Die Gedanken und Gebete aller Menschen im Vereinigten Königreich sind bei den Familien der Toten und Vermissten, bei den Einsatzkräften und bei allen, die in irgendeiner Weise durch dieses fürchterliche Ereignis betroffen sind“, heißt es im Schreiben der Queen.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sprach Staatspräsident Gül in einem Schreiben sein Beileid für die betroffenen Familien und gegenüber der türkischen Regierung aus.

In einem Statement des Weißen Hauses heißt es: „Namens des amerikanischen Volkes möchten wir unser von Herzen kommendes Beileid gegenüber den Familien der Opfer aussprechen und unsere besten Wünsche für die übrigen Minenarbeiter. Die Türkei ist ein langjähriger, enger Verbündeter der USA. Wir werden, wenn es nötig ist, der türkischen Regierung Hilfe leisten und weiter in dieser Zeit der Trübsal zusammenstehen.“

Freitagsgebet im Zeichen des Unglücks

Der chinesische Präsident Xi Jinping drückte ebenfalls Präsident Gül gegenüber sein Beileid aus. Auch China werde der Türkei, wenn dies nötig sei, Hilfe leisten.

Auch Kenia brachte seine Kondolenz zum Ausdruck. Pakistan wiederum verhängte eine eintägige Staatstrauer. Der kenianische Geschäftsträger in Ankara, Kimwole Kiptiness Lindsay, äußerte sich gegenüber Today’s Zaman wie folgt: „Namens der Kenianischen Botschaft und er Regierung von Kenia möchten wir gemeinsam mit den anderen Teilen der internationalen Gemeinschaft den Familien, Verwandten, Freunden, den Menschen und der Regierung der Türkei unsere tiefste Trauer und unsere Sorge angesichts dieser schrecklichen und verhinderbaren Tragödie zum Ausdruck bringen. Unsere Herzen und Gedanken sind bei den Familien und Verwandten derer, die gestorben sind und wir beten für die Sicherheit für jene, die noch gefangen sind ebenso wie für die Verletzten und Geretteten.“

Wie Anadolu berichtet, werden Offiziellen der Diyanet zufolge am heutigen Freitag Ansprachen in den Moscheen von Bosnien und Herzegowina, Aserbaidschan, Albanien und Russland gehalten, die das Unglück von Soma zum Thema haben.