Ein „Selfie“ in einer unpassenden Situation könnte zu einem disziplinarrechtlichen Nachspiel für einen Polizeibeamten führen.

Hintergrund der Kontroverse ist der Selbstmord des 35-jährigen Sadrettin Şaşkın, der sich wegen familiärer Probleme und hohen Schulden das Leben nahm, indem er von der Bosporusbrücke in die Fluten der Bosporus-Wasserstraße sprang.

Nachdem er sich drei Stunden lang auf der Bosporusbrücke befunden hatte und Polizeibeamten auf ihn einredeten, sprang der Mann um 9.35 ins Wasser, die Küstenwache fand ihn einem Bericht des Senders Radyo Trafik zufolge wenig später unter der Brücke am Ortakoy-Pier. Er lebte noch, als er aus dem Wasser gezogen wurde, konnte jedoch nicht mehr gerettet werden.

Nun wird jedoch eine disziplinarrechtliche Untersuchung seitens der Polizei in Istanbul gegen einen der anwesenden Beamten eingeleitet. Dieser soll am Schauplatz des tragischen Zwischenfalls, während seine Kollegen auf den Lebensmüden einzureden versuchten, ein „Selfie“, also ein mit der Kamera eines Mobiltelefons geschossenes Selbstporträt, geschossen haben. Die „Hürriyet“ berichtete darüber.

In sozialen Medien zog das Bild zahlreiche Reaktionen nach sich, insbesondere wurde Empörung über das als „unsensibel“ empfundene Gebaren des Polizeibeamten geäußert.