Die prächtige Hagia-Sophia prägt das Bild Istanbuls. Das Bild zeigt die Metropole am Bosporus bei Sonnenaufgang, die Hagia-Sophia erstrahlt in gelb-orange.
Die fast 1500 Jahre alte Hagia Sophia war fast ein Jahrtausend lang das größte Gotteshaus der Christenheit, dann wurde sie zur Moschee.

Wird Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan am Freitag, den 29. Mai, zusammen mit dem Präsidenten der staatlichen Religionsbehörde Diyanet, Mehmet Görmez, im symbolträchtigen Hagia Sophia in Istanbul beten? In Ankara kursieren entsprechende Gerüchte.

Im bisherigen Wahlkampf hat die regierende Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP) sich nicht gescheut, auch die Religion für Wahlkampfzwecke zu instrumentalisieren. Der Staatspräsident Erdoğan höchstselbst, der seines Amtes wegen unparteiisch sein müsste, eilt von Auftritt zu Auftritt. Bei diesen Veranstaltungen kritisiert er stets die Oppositionsparteien und wirbt – direkt und indirekt – für die AKP.

Feierlichkeiten am Samstag

Stimmen die Gerüchte, so soll ein Gebet im symbolträchtigen und historisch aufgeladenen Bau in Istanbul für Schlagzeilen sorgen. Hinter der Aktion könnte das Kalkül stecken, der AKP durch diesen medienwirksamen Auftritt zusätzliche Stimmen im Endspurt des Wahlkampfes zu sichern. Am 29. Mai jährt sich die Eroberung Istanbuls zum 562. Mal. Am Samstag sollen in Istanbul auf dem Platz Yenikapı Meydanı die Feierlichkeiten begangen werden. Daran soll auch neben Erdoğan und Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu auch der Diyanet-Präsident Görmez teilnehmen.

Istanbul, damals Konstantinopel, wurde am 29. Mai 1453 von den Osmanen erobert. Die Hagia Sophia als das zentrale Gotteshaus, im 6. Jahrhundert errichtet, wurde danach in eine Moschee umgewandelt. Sie wurde allerdings nach der Gründung der Türkischen Republik durch den damaligen Staatspräsidenten Atatürk in ein Museum umgestaltet.