Der Vorsitzende der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), Kemal Kilicdaroglu Wire/dpa

Der vor fast zwei Wochen von der türkischen Oppositionspartei CHP initiierte „adalet“ Protestmarsch von Ankara nach Istanbul erhält zunehmend Unterstützung. Täglich nehmen Tausende an der Aktion teil, wie ein Sprecher des Oppositionsführers Kemal Kilicdaroglu der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte.

Kilicdaroglu führt die Demonstration «Gerechtigkeitsmarsch» von der Hauptstadt Ankara in die mehr als 400 Kilometer entfernte Metropole Istanbul seit 15. Juni an. Die Demonstranten sind zurzeit in der nordwesttürkischen Provinz Düzce und erreichen voraussichtlich Ende kommender Woche Istanbul.

Auslöser war die Verurteilung des CHP-Abgeordneten Enis Berberoglu zu 25 Jahren Haft wegen Geheimnisverrats. Die Aktion richtet sich aber auch gegen die Politik der Regierung und gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, den Kilicdaroglu mehrmals als «Diktator» bezeichnet hat.

Gülle statt „adalet“ – Gerechtigkeit, jeder auf seine ganz eigene Art

Kilicdaroglu hatte in Düzce, am 13. Tag seiner Demonstration seine Nacht verbringen wollen. Ein Kritiker der Demonstration hat mit einem Lastwagen Gülle auf die Straße gestreut, auf der der Oppositionsführer in einem Wohnwagen übernachten wollte. Der Anblick wurde in den sozialen Medien tausendfach geteilt und kommentiert. Während die Befürworter der Demonstrationen von einer großen Unverschämtheit sprachen, waren die Kritiker von der Aktion begeistert. Die wenigen neutralen Kommentare lauteten unter anderem „Gerechtigkeit, jeder liefert auf seine ganz eigene Art einen Einsatz dafür“.

dpa/dtj