Am gestrigen Dienstag hat die armenische Regierung die türkische Führung zu Veranstaltungen eingeladen, die aus Anlass des 100-jährigen Jahrestages der massenhaften Tötungen im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs stattfinden werden, die von Armenien entgegen der energischen Zurückweisung dieser Bezeichnung als „Genozid“ betrachtet werden.

„Ich spreche meine offizielle Einladung an den Präsidenten der Türkei aus, […] am 24. April 2015 Armenien zu besuchen, um den überzeugenden Beweis für den armenischen Genozid zu sehen“, erklärte der armenische Präsident Serj Sarksyan.

Wer zu diesem Zeitpunkt türkischer Präsident sein wird, ist noch ungewiss, da die siebenjährige Amtszeit des derzeitigen Amtsinhabers Abdullah Gül ausläuft und die Türkei im August einen neuen Präsidenten wählen wird.

Im April hatte Premierminister Recep Tayyip Erdoğan erstmals den Enkeln der Opfer der Massendeportationen von 1915 kondoliert und von „unserem geteilten Schmerz“ gesprochen.

Armenien wies die Erklärung zurück und beschuldigte Ankara, weiterhin an seiner Politik der „völligen Leugnung“ des so genannten „Genozids“ festzuhalten. „Das offizielle Ankara unternimmt zwar neue Schritte, die bislang ungesehen waren, aber hält dennoch an seiner jahrzehntealten Politik der Leugnung fest“, so Sarksyan.