Die Türkei hat bei einer Sondersitzung des Nato-Rates ihre Verbündeten über die Lage nach der Entführung türkischer Bürger im Konsulat der irakischen Stadt Mossul informiert. Nato-Diplomaten sagten am Donnerstag, bei dem Nato-Treffen am Vorabend habe es keine Wünsche Ankaras nach Unterstützung durch die Nato gegeben. Die Nato-Mitglieder verfolgten die Lage „sehr gründlich und mit großer Besorgnis“.

Die etwa 30 Minuten dauernde Sitzung der Nato-Verbündeten sei auf Antrag der Türkei lediglich zur Information einberufen worden, hieß es. Die Türkei habe sich bei der Bitte um die Sondersitzung nicht auf Artikel 4 des Nato-Vertrages gestützt. Dieser sieht Konsultationen vor, wenn nach Auffassung eines Nato-Mitglieds „die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit“ eines Nato-Mitglieds bedroht ist. Artikel 5 habe ohnehin nicht zur Debatte gestanden: Dieser sieht militärischen Beistand im Fall eines Angriffs vor.