Wer schon mal in Istanbul war, kennt die berühmten Fähren. Sie fahren von Küste zu Küste und überqueren in einer kurzen Zeit von etwa 15 Minuten den Bosporus und bringen täglich Millionen Menschen von der europäischen auf die asiatische Seite und umgekehrt. In dieser kurzen Zeit gönnen sich die meisten Passagiere noch einen türkischen Tee (Çay) sowie einen Simit.

Die Fähren entlasten aber auch den Verkehr in der Millionenmetropole. Einige Fähren transportieren sogar Autos auf den gegenüberliegenden Kontinent.

Auf dem Rhein könnten sich bald ähnliche Szenen abspielen. Zumindest wenn es nach dem sozialdemokratischen Oberbürgermeisterkandidaten Jochen Ott geht. Die Kapazitäten des ÖPNV in Köln seien ausgelastet, sagt der OB-Kandidat. Fähren seien ein möglicher Ausweg aus dem chaotischen Verkehr der Stadt. Otts Plänen zufolge sollen die Fähren bzw. Wasserbusse in das Tarifsystem der Kölner Verkehrsbetriebe KVB eingebunden werden.

Pro Fähre könnten etwa 800.000 Euro Anschaffungsgebühren anfallen. Für den Anfang könnten etwa Fähren angeschafft werden, die dann pro Stück 100 Passagiere und 24 Fahrräder transportieren sollen.

Viele Deutsch-Türken, die in der Region leben und pendeln, hoffen sicher insgeheim darauf, bald auf den Strecken Mülheim – Rodenkirchen, Mülheim – Rheinauhafen, Niederländer Ufer – Rheinauhafen und Rodenkirchen – Porz auch einen Çay genießen zu können.