Die türkische Religionsbehörde Diyanet wird in Fällen von Imamen aktiv, die sich in weltliche Angelegenheiten einmischen. Im west-türkischen Eskişehir wurde der Imam Fedai Can fristlos aus dem Staatsdienst entlassen. Der Grund: Der Imam hatte auf dem Kurznachrichendienst Twitter einige Tweets von regierungskritischen Journalisten retweetet. Can befand sich seit 30 Jahren im Staatsdienst. In weniger als zwei Jahren sollte er in den Ruhestand gehen. Sein Anwalt Ilyas Özkan behauptete, dass die Religionsbehörde bei der Entscheidung seinen Klienten nicht angehört habe.

In anderen Fällen blieb Diyanet still

In anderen Fällen, wo Imame sich zugunsten der regierenden AKP äußerten, verhielt sich die Diyanet still. Bisher wurde kein Verfahren bekannt, wo Diyanet bei solchen Fällen Schritte eingeleitet hätte.

Ein Imam des Diyanet-Ablegers in Deutschland DITIB machte am vergangenen Samstag von sich reden, als er in Frankfurt am Main bei seinem Versuch ertappt wurde, für einen anderen Bürger an die Wahlurne zu gehen. Es wird davon ausgegangen, dass er von seinen Aufgaben entbunden wird.