In einer ersten Reaktion unterstrich Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel nun sein gutes Verhältnis zu Erdoğan und würdigte dessen bisherige Rolle in kirchlich-religiösen Streitfragen. (rtr)

Etwa 53 Millionen der 77 Millionen Türken waren am Sonntag erstmals aufgerufen, ihren Präsidenten in einer Direktwahl zu bestimmen. Recep Tayyip Erdoğan hat erwartungsgemäß das Rennen mit knapp 52 Prozent der Stimmen für sich entschieden.

In einer ersten Reaktion unterstrich Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel nun sein gutes Verhältnis zu Erdoğan und würdigte dessen bisherige Rolle in kirchlich-religiösen Streitfragen. Als Premier habe dieser zudem die Toleranz im interreligiösen Verhältnis befördert. Der griechisch-orthodoxe Patriarch ist zuversichtlich, dass Erdoğans Präsidentschaft zu einem friedlichen Zusammenleben und zu mehr Religionsfreiheit führen kann.

Der Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus I. ist Oberhaupt von etwa 300 Millionen orthodoxen Christen weltweit. Die Beziehungen zwischen Bartholomäus I. und dem türkischen Staat gelten als gut. Nachdem Türkische Sicherheitskräfte im Mai 2013 ein Attentat auf den griechisch-orthodoxen Geistlichen vereitelten, sagte Bartholomäus I. bezüglich der Ermittlungen, er vertraue den türkischen Behörden. Der Status des Priesterseminars von Halki auf Heybeliada (Halki), einer der sogenannten Prinzeninseln im Marmarameer bei Istanbul, spielt im Verhältnis des Patriarchen von Konstantinopel und der türkischen Regierung eine entscheidene Rolle.

Am 28. August tritt Erdoğan Çankaya Köşkü, dem offiziellen Amtssitz des türkischen Staatspräsidenten in Ankara, die Nachfolge von Abdullah Gül an, der auf seinen Vorschlag hin 2007, über den Umweg von Neuwahlen, für die Adalet ve Kalkınma Partisi (Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung; AKP) ins höchste Staatsamt gelangt war. (kna/dtj)