Der als möglicher Drahtzieher der Anschläge von Paris gesuchte Islamist Abdelhamid Abaaoud ist tot. Der bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis getötete Mann sei eindeutig als der 28-Jährige Belgier identifiziert worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der Leichnam sei von Einschlägen durchlöchert.

Spezialkräfte hatten am Mittwoch bei dem dramatischen, siebenstündigen Zugriff in dem nördlichen Pariser Vorort acht Menschen festgenommen. Zwei mutmaßliche Terroristen starben, neben Abaaoud wahrscheinlich eine Frau, die sich in die Luft sprengte.

Staatsanwalt François Molins sagte danach, Auslöser des Einsatzes sei ein Hinweis gewesen, demzufolge sich Abaaoud in Saint-Denis aufhalten sollte. Der meistgesuchte Islamist Belgiens, der für den IS in Syrien gekämpft haben soll, hat marokkanische Wurzeln. Er lebte früher in der Brüsseler Islamistenhochburg Molenbeek.

Wie Spiegel Online berichtet, soll Abaaoud mehrfach in Deutschland gewesen sein. In dem Bericht heißt es weiter, dass er am 20. Januar 2014 am Flughafen Köln/Bonn kontrolliert worden sein soll, als er von dort aus nach Istanbul fliegen wollte. Außerdem habe er sich einmal in Köln aufgehalten. „Er soll seinerzeit bei der Stadt ein Ausfuhrkennzeichen für ein großes Fahrzeug beantragt haben. Die Hintergründe seines damaligen Besuchs sind aber vollkommen unklar.“ Zwei Monate später soll Abaaoud durch Deutschland und Österreich gefahren sein. Mit zwei Begleitern sei er am 9.September aus der Bundesrepublik eingereist. (dpa/dtj)