Die Grünen-Politikerin Claudia Roth hat die türkischen Luftangriffe gegen die Terrororganisationen IS und PKK kritisiert.

Im Deutschlandfunk warf sie Präsident Recep Tayyip Erdoğan vor, dadurch den Friedensprozess mit der PKK zu gefährden. „Das macht die Region noch unsicherer“, sagte Roth.

Zwar verurteilte sie die Polizistenmorde, zu der sich die PKK bekannte, ging aber mit keinem Wort etwa auf vermummte Anhänger der Terrororganisation ein, die auf Veranstaltungen mit Waffen und Bildnissen des Terroristenführers Abdullah Öcalan posieren.

Claudia Roth und Cem Özdemir hatten vor den Parlamentswahlen in der Türkei am 7. Juni für Aufsehen gesorgt, als sie offen für die HDP warben, eine Partei, die ihre Nähe zur PKK offen zugibt. Spätestens seit ihrem Auftritt bei den Gezi-Protesten im Sommer 2013 wird Roth in der (deutsch-)türkischen Öffentlichkeit kritisch beäugt.

Die Türkei hatte in der Nacht zum Samstag erstmals seit langer Zeit die PKK-Hochburg Kandil in Nordirak angegriffen. Die Terrororganisation erklärte im Anschluss, dass der Friedensprozess damit praktisch „bedeutungslos“ wäre.