In Israel sind Anschläge auf zwei Gotteshäuser verübt worden. Eine Moschee im palästinensischen Dorf Mughayer nahe Ramallah wurde am frühen Mittwochmorgen durch Brandstiftung beschädigt, wie die israelische Polizei mitteilte. Bei einem zweiten Anschlag wurde eine Brandbombe auf die alte Synagoge in der israelisch-arabischen Stadt Schefar’am im Norden des Landes geworfen. Verletzte gab es nach Polizeiangaben nicht.

Örtlichen Medienberichten zufolge verursachte das Feuer erheblichen Schaden an der Moschee. Am Gebäude hätten sich antipalästinensische Parolen gefunden. Bürgermeister Faraj al-Naasan machte jüdische Siedler für den Übergriff verantwortlich. Bereits vor zwei Jahren sei eine Moschee des Dorfes von Siedlern angegriffen worden; zudem komme es regelmäßig zu Übergriffen auf Autos und Olivenbäume. Laut israelischen Rundfunkberichten wurde die Zufahrt zum Dorf gesperrt; die Polizei ermittelt.

An der Synagoge in Schefar’am gab es Medienberichten zufolge nur geringfügigen Schaden, da die Sprengsatz außerhalb der Synagoge explodiert sei. Der Stadtrat verurteilte den Angriff. Erst vor wenigen Monaten war die Synagoge als Zeichen gegen Hassverbrechen von einer arabisch-jüdischen Jugendgruppe renoviert worden.

Die Sicherheitslage in Israel und dem Westjordanland bleibt unterdessen angespannt, nicht zuletzt wegen der Ereignisse rund um die Al-Aqsa-Moschee in der vergangenen Woche. Laut Tageszeitung „Haaretz“ (Mittwoch) kam es am Vortag an mehr als 30 Orten im Westjordanland zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee. Die meisten Vorfälle ereigneten sich um Bethlehem und Hebron. Ein palästinensischer Jugendlicher wurde von israelischen Soldaten getötet, ein weiterer Palästinenser schwer verletzt. Auf israelischer Seite kamen bei palästinensischen Attentaten in den vergangenen drei Wochen insgesamt sechs Menschen ums Leben.

Die politischen Führungen machen sich gegenseitig für die jüngste Welle der Gewalt im Nahost-Konflikt verantwortlich. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte ein hartes Durchgreifen gegen arabische Gewalttäter an. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas beschuldigte Israel, einen Religionskrieg zu führen. (KNA/dtj)